Alte Knorze, hoch aromatische und prall gesunde Früchte: Wurzelechte Rebstöcke, die noch aus der Zeit vor der Invasion der Reblaus stammen, sind mindestens 120 Jahre alt.

Wurzelechte Reben: Auf der Suche nach dem Heiligen Gral

Ulrich Sautter, 08.05.2023

Seit der Reblaus-Invasion sind Rebstöcke, die auf ihren eigenen Wurzeln wachsen, vom Absterben bedroht. Doch die Suche nach dem urtümlichen Weingeschmack führt immer wieder zu den wurzelechten Reben zurück.

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Der Übeltäter ist nur einen halben Millimeter groß – doch er war groß genug, um während der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts auf dem gesamten europäischen Kontinent Hunderttausende Hektar von Reben zu vernichten. Das Wüten von Daktulosphaira vitifoliae, einer Spezies aus der Familie der Zwergläuse (Phylloxeridae) war so einschneidend, dass der Weinbau seither ein anderes Gesicht besitzt. Und irgendwie seine Wurzeln verloren hat: Denn die scheinbare Selbstverständlichkeit, dass ein Rebstock mit seinem eigenen Wurzelwerk im Erdreich steht, ist seit dem Angriff der Reblaus auf die Wurzeln der europäischen Edelreben dahin.

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