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Mai 2017. Kobarid in Slowenien. Etwas ausserhalb des Ortes das Restaurant «Hiša Franko». Ein Restaurant mit einigen Gästezimmern. An der Rezeption huscht eine Frau vorbei. Es ist Ana Roš, sie wirkt gestresst und gehetzt. «Ich komme gleich», ruft sie. Doch es wird ein wenig dauern, bis sie Zeit hat. Kobarid ist eine geschichtsträchtige Kleinstadt. Rund 1000 Menschen leben hier. 1917 tobte in dieser Gegend die zwölfte Isonzoschlacht. Ein Inferno. Im Restaurant «Hiša Franko» werkt und wirkt Ana Roš. Auch sie hat Geschichte geschrieben. Anfang des Jahres wurde sie von jenen, die jährlich eine Liste der 50 besten Restaurants der Welt erstellen, zur «World’s Best Female Chef 2017» gekürt. Die beste Köchin der Welt, in einem winzigen Dorf im slowenischen Nirgendwo. Kurios, aber ein Triumph. Ana Roš hastet durch den Gastgarten. Da sitzen viele und warten, bis das Abendessen beginnt. Man kann sich gut vorstellen, dass die meisten deshalb hier sind, um einmal zu erleben, wie das ist, bei der «besten Köchin der Welt» zu essen. Das wollen jetzt alle. Ana Roš kommt zum Tisch, sie hat jetzt ein paar Minuten Zeit. «Wie läuft es so als Nummer eins unter den Köchinnen?» Sie lächelt charmant. «Der Druck ist enorm», sagt sie, «am Tag rufen im Durchschnitt 10 bis 15 Journalisten an. Am Vormittag hatten wir CNN hier, danach viele Telefonate. Mit Medienleuten von Australien bis Alaska. Ich wusste gar nicht, wie viele Zeitungen es auf der Welt gibt.»
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