Parli, Röseler, Safier oder Ditta – der Sortenspiegel der Bergkartoffeln ist einzigartig.

Bergkartoffeln: Den Bergen abgerungen

Benjamin Herzog, 17.05.2018

Die Bergkartoffeln aus dem Albulatal begeistern Gourmets und Spitzenköche. Was hat es auf sich mit den besten Kartoffeln der Schweiz?

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Für viele Menschen gehören sie zu den Frühlingsboten wie der einheimische Spargel – die Frühkartoffeln, die spätestens ab April die Gemüseregale füllen. Babykartoffeln aus Israel oder Zypern finden noch immer reissenden Absatz. Wer aber zu besagtem Schweizer Spargel je eine gereifte Bergkartoffel der Sorte Weisse Lötschentaler aus dem Albulatal genossen hat, wird sich bald nicht mehr erinnern, warum er je überhaupt Frühkartoffeln gekauft hatte. «Unsere Kartoffeln werden nach einigen Monaten der Reife noch besser», sagt Freddy Christandl, gebürtiger Steirer, Spitzenkoch, Genusstrainer und Mitinitiant des Bergkartoffel-Projekts. Natürlich, Christandl ist voreingenommen, was seine eigene Kartoffelproduktion betrifft, doch wenn man sich vor Augen führt, wie viele Schweizer Spitzenköche und Gourmets heute auf seine Kartoffeln schwören, darf er das auch sein. Die Bergkartoffeln aus dem Albulatal kommen etwa bei Heiko Nieder in den Topf, bei Sven Wassmer oder bei Fabian Fuchs – nur um ein paar Beispiele zu nennen. Produziert werden die Bergkartoffeln auf dem Hof Las Sorts im Albulatal. Die Biobauern Sabina und Marcel Heinrich Tschalèr bewirtschaften den Bergbetrieb seit 2001. Freddy Christandl ist als Schnittstelle zwischen dem Hof, den Köchen und den Privatkunden seit 2008 mit an Bord. Was im ersten Moment vielleicht mit viel Kalkül orchestriert erscheint, ist in Tat und Wahrheit eine absolut organische Geschichte, genährt vom Herzblut für qualitativ hochwertige Kartoffeln aus alten Sorten. Familie Heinrich Tschalèr und Freddy Christandl geht es um die Sache. Er arbeitete noch als Koch, als er die Bergkartoffeln vom Hof Las Sorts bei einem Kartoffelfest im Albulatal entdeckte. Christandl war damals Küchenchef im Restaurant «Chrueg» in Wollerau, ausgezeichnet mit 16 Punkten im Gault & Millau.

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