Comeback der alten Reben

Dominik Vombach, 14.05.2025

Autochthone Sorten wie Completer oder Räuschling verschwanden einst in der Schweiz, weil sie als unrentabel und ungeniessbar galten. Obwohl ihr Anbau nicht weniger anspruchsvoll geworden ist, erleben sie seit geraumer Zeit hierzulande eine Renaissance – als flüssiger Gegenentwurf zur globalisierten Weinwelt.

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Nicht rentabel. So lautete vor gut 70 Jahren das Fazit von Christian Obrecht III zur Rebsorte Completer. Nicht sehr fruchtbar sei sie, empfindlich in der Blüte und ohne besondere kellertechnische Massnahmen erst nach drei bis vier Jahren im Fass abfüllreif, heisst es in den Aufzeichnungen des Bündner Winzers, dessen Nachfahre mit gleichem Namen und Beruf heute überaus erfolgreich ist. Genügend Gründe für Obrecht, die Rebsorte im eigenen Betrieb zu eliminieren. 1956 wurden die Completer-Reben gerodet, zu einer Zeit, als die Rebsorte, die in der Region Malans erstmals 1321 schriftlich erwähnt wurde, bereits fast ausgestorben war. Sie war aus der Zeit gefallen, vor allem wegen ihrer markanten Säure, die vielen Schweizern noch heute, unabhängig von Rebsorten, nicht geheuer ist.

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