Marlon Brando in der Glanzrolle des Don Vito Corleone im Film «Der Pate».

Cosa Nostra: Der Mythos Corleone

17.05.2019

Einst war sie die Hochburg der Cosa Nostra, aber auch durch die Filmtrilogie «Der Pate» hat es die spröde Stadt Corleone zu schaurigem Weltruhm gebracht.

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Es ist von aussen ein eher unscheinbares Lokal, das letzten Herbst im achten Arrondissement von Paris nahe dem Arc de Triomphe eröffnet wurde. «Corleone» steht oberhalb des Eingangs auf der Markise, daneben etwas kleiner «by Lucia Riina». Es sind Namen, die es in sich haben. Corleone, das ist die wohl berühmteste Mafia-Stadt Siziliens, nicht sonderlich charmant und etwas spröde, aber wie wohl kein anderer Ort auf dieser Welt ein Synonym für die Cosa Nostra, eine der drei grossen Mafia-Organisationen Italiens. In aller Welt berühmt geworden ist Corleone vor allem durch das monumentale Mafia-Epos «Der Pate» von Francis Ford Coppola mit Marlon Brando in einer der Hauptrollen. In dem Dreiteiler dreht sich alles um den Mafia-Clan der Corleones – die Familie ist fiktiv, ihr gleichnamiger Heimatort aber real. Und wer ist Lucia Riina, die sich in aller Öffentlichkeit als Inhaberin des neuen Ristorante in Paris präsentiert? Sie ist die Tochter des vor zwei Jahren verstorbenen Salvatore «Totò» Riina: Der zu Lebzeiten gefürchtete «Capo dei capi» war der wohl skrupelloseste Boss der Bosse und trug den bezeichnenden Spitznamen «die Bestie». Mehr als hundert Morde sollen auf sein Konto gehen, darunter die tödlichen Anschläge auf die Richter Giovanni Falcone und Paolo Borsellino. Er habe, so heisst es, seine Rivalen zuweilen auf grausamste Weise töten lassen, mitunter soll er selbst Hand angelegt haben oder durch seine Handlanger manch unliebsamen Gegner in Salzsäure auflösen haben lassen. So will es zumindest die Legende.

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