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Es riecht nach Revolution, wenn Schnapsbrenner ein «Kollektiv» gründen. Der Name des «Freimeister-Kollektivs», einer Vereinigung von zwölf Brennern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz will eine Rebellion anzetteln – und zwar an der Bar. «Wir schlagen neue Wege ein, um den Spirituosenmarkt nicht den Industrieriesen zu überlassen», lautet das Manifest der Gruppe. Es ist eine «Notwehr-Gemeinschaft», sagt Initiator Theo Ligthart und spielt auf das zunehmende Unbehagen der handwerklichen, kleinen bis mittelständischen Destillateure an, das sie mit der Übernahme des Begriffs «handgemacht», auf englisch «hand-crafted» durch die Industrie, aber auch neue Player ohne eigene Brennblasen haben. Die «Freimeister», die vor allem mit der gemeinsamen Vermarktung für bessere Marktchancen sorgen wollen, sind nicht allein. Die Draft Brothers zum Beispiel, zwei Jungunternehmer, die in einer traditionellen, auf Fruchtbrände spezialisierten Brennerei im schaffhausischen Hallau produzieren, lancierten als erstes Produkt einen Gin. «In unserer Region gab es noch keinen lokalen Gin», sagen die Brenner Beni Erb und Samuel Rommel. «Das wollten wir ändern.» Zwei Jahre nach dem ersten Brand ist ihr Gin nicht nur aus vielen Schweizer Bars nicht mehr wegzudenken, es gibt auch Spezialfüllungen wie den Erdbeergin, der mit Zugabe von Schweizer Erdbeeren im Frühling in Kleinstmengen gebrannt wird. Dieser Ansatz ist ein Beispiel dafür, wie man «Craft Distilling» heute verstehen kann – denn vor allem die Definition ist schwierig. Lokale, saisonale Zutaten zu verarbeiten, gehört sicherlich dazu. Radikal ist dabei etwa der Österreicher Josef Farthofer, der für seinen Wodka «Kabumm!» den seltenen Nackthafer kultiviert.
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