Satigny liegt direkt hinter der Stadt Genf. Soweit das Auge reicht, entfalten sich vor der Kulisse der Jurakette die Weinberge.

Das Winzerdorf Satigny im Portrait

Martin Kilchmann, 22.06.2018

Satigny, ist die grösste Weinbaugemeinde der Schweiz. Das Dorf hinter der Stadt Genf beherbergt fabelhafte Winzer, die in der Deutschschweiz zu wenig bekannt sind und sträflich unterschätzt werden.

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Es ist, als ob die Stadt Genf ihren Weinbau geheim halten möchte. Nur selten dringt eine Nachricht über den Röstigraben. Ganz zu schweigen von den Weinen. Diese werden in den Bistros und Haushaltungen der Stadt getrunken. Man stellt fest: Die Genfer Weine haben Gerüchtestatus. Dabei stammt jede zehnte Flasche Schweizer Wein aus dem Hinterland von Genf, dieser idyllischen Landschaft mit weitläufigen Rebfeldern und intakten Bauerndörfern. Nichts erinnert an schweizerische Enge. Man wähnt sich in Frankreich. So wollen wir die Genfer Weine vor Ort kennenlernen. Dazu gibt es zwei Möglichkeiten: Man besucht die Winzer in ihren Kellern oder trinkt sich in einem guten Genfer Restaurant durch die Weinkarte. Die ist fast immer vorbildlich mit einheimischen Tropfen bestückt: Die Genfer sind Lokalpatrioten. Wir entscheiden uns für beides. Wir starten im Restaurant von Philippe Chevrier, der Domaine de Châteauvieux in Peney, das zur Gemeinde Satigny gehört. Der jovialumgängliche Zwei-Sterne-Koch kocht im bestem Lokal von Genf seit bald dreissig Jahren auf konstant hohem Niveau und pflegt eine klassisch-französische Küche. Sie ist über die Zeit leichter und eleganter geworden und verschliesst sich auch asiatischen und mediterranen Einflüssen nicht. Von Anfang an hielt Chevrier dem Genfer Wein die Treue. Seine Sommeliers blühen jeweils auf, wenn sie statt Bordeaux und Burgund Genfer Tropfen entkorken dürfen. Als wir Loïk Tavernier bitten, uns ausschliesslich Weine aus Satigny – der mit 460 Hektaren Rebfläche grössten Schweizer Weinbaugemeinde – zu kredenzen, ist ihm die Genugtuung anzumerken.

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