Clos de la George in Yvorne nach der Weinlese. Hier wachsen prächtige Syrah-Trauben.

Der grosse Aufbruch im Waadtland

Martin Kilchmann, 09.01.2017

Das Waadtland ist Weisswein-, sprich Chasselas-Land.
Aufgrund der Klimaerwärmung werden aber immer bessere Rotweine erzeugt. Charles Rolaz und Raoul Cruchon erklären warum.

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Die Waadtländer gelten als die Berner der Westschweiz. Ihr Dialekt klingt breiter und wärmer als jener der Genfer. Zu Traditionen pflegen sie ein freundliches Verhältnis. Sie hängen am Chasselas, der Hauptsorte der Romandie. Während benachbarte Weinbauregionen wie das Wallis oder Genf dessen Anbau sanft zurückbinden, bedeckt er in der Waadt noch sechzig Prozent der Weinbergsfläche. Nur: Sie mögen konservativ sein, die Waadtländer. Reaktionär sind sie nicht. Das Rad der Zeit wollen sie nicht zurückdrehen. Sie stehen zum Chasselas, verstehen sich als seine leidenschaftlichsten Botschafter, verkennen aber auch die Zeichen der Zeit nicht. Und die weisen in die Richtung Rotwein. Ohne Lärm, ohne vollmundige Proklamationen haben sich deshalb in den letzten zehn Jahren auch die Vignerons Vaudois erfolgreich an dessen Vertiefung, Differenzierung und Verbesserung gemacht.

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