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Eine perfekt erhaltene Tonflasche voller Selterswasser, intakt verkorkt, gut 200 Jahre alt, entdeckt in einem Schiffswrack auf dem Grund der Danzinger Bucht – dieser Fund erzählt wie kaum ein anderer vom frühen, fast globalen Erfolg einer ungemein einprägsamen Mineralwassermarke, die zum Gattungsnamen wurde: «Acqua di Seltz, l’eau de Seltz». Bereits 772 wurde das kleine Niederselters im deutschen Taunus als «Saltrissa» erwähnt. Im 16. Jahrhundert rühmte der Wormser Arzt Jakob Theodor die überaus heilende Wirkung dieses stark salzhaltigen Mineralwassers, des «Sauerborns». Es helfe gegen «Schwindel und Melancholey», löse «Verstopfung» der Leber, Brust, Lungen und Nieren und «vermehre den männlichen Samen». Das war die Lizenz zum Gelddrucken. Niederselters wurde fortan von Kurgästen überschwemmt, und sein Heilwasser im Tonkrug zum Exporthit. Um 1750 machte der Ort damit ein jährliches Vermögen von 50.000 Gulden.
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