Spaniens Weinanbau ist im Umbruch: Das individuelle Terroir der jeweiligen Region rückt ins Zentrum – hier eine Lage bei Briñas in La Rioja.

Die Top 100 Weine Spaniens

Benjamin Herzog, 27.05.2020

Falstaff hat die 100 besten Weine Spaniens ausgewählt. Die Selektion zeigt, dass die exakte Herkunft der Crus auch in der Heimat der Gran Reservas immer wichtiger wird.

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Der weltweite Rosé-Trend ist ungebrochen. Auch für die spanische Weinindustrie sind pinkfarbene frische Weine derzeit von grosser Bedeutung. Doch der wahre Trend in Spaniens Weinwelt ist für das Land selbst von weit grösserer Tragweite: Seit der Jahrtausendwende findet auf der Iberischen Halbinsel ein wahrer Paradigmenwechsel statt – und dieser beschränkt sich nicht nur auf eine einzelne Weinfarbe. Während früher die Reifezeit ­eines Weins als Massstab für die Qualität diente, ist es heute vielmehr die einzigartige Herkunft, die einen wachsenden Teil der Spitzenweine prägt. Klassische Qualitäts­bezeichnungen wie Crianza, Reserva oder Gran Reserva rücken in den Hintergrund. Das zeigt sich etwa in der Region Rioja, wo Einzellagenweine seit 2017 offiziell klassifiziert werden können. Zu den besten Rioja-Crus der Falstaff-Selektion gehört der Viña El Pisón des Weinguts Artadi – eine der Speerspitzen dieser «Grand Cru statt Gran Reserva»-Entwicklung. Seit Anfang der 1990er-Jahre wird der Wein aus einer ge­rade einmal 2,4 Hektaren grossen Einzellage produziert. Die Tempranillo-Reben wurden 1945 auf reinem Kalkstein gepflanzt. Es handelt sich um eine besonders hohe Lage in der Rioja, was zu einer perfekten Balance aller natürlichen Elemente führt. Ergebnis: ein delikater Rotwein von grosser mineralischer Tiefe und fast schon burgundischer Finesse.

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