Essay: Selbsterkenntnis statt Lagerkoller

Joachim Riedl, 06.05.2020

Die Corona-Krise hat Singles wie Familien auf sich selbst zurückgeworfen. Und irgendwann richtet sich der Blick zwangsläufig nach innen. Das kann schwierig sein – aber auch zu erstaunlichen Erkenntnissen führen.

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Gleichsam über Nacht haben sich für Millionen Menschen Arbeitsalltag und Freizeitverhalten dramatisch verändert: Büroarbeit und Party waren gestern, in der Corona-Krise wird daheim malocht. Früher stapfte man jeden Morgen zu seinem Arbeitsplatz, war Teil eines Soziotops, machte Feierabend und kehrte am Heimweg mit den Kollegen auf einen Drink ein. Schon nach wenigen Wochen Quarantäne klingt dieser Rhythmus wie die Botschaft aus einer fernen Zeit. Es herrscht eine neue Realität, die vor ­allem eine Frage aufwirft: Wie kann man über viele Wochen, wenn nicht sogar Mo­nate mit den sozialen Einschränkungen zurechtkommen? Wobei es einen wesentlichen Unterschied macht, ob man in einem Single-Haushalt lebt oder die Isolation mit einer Familie durchstehen muss.

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