Albert Adrià kocht in der offenen Küche seines Restaurants «Enigma» Ausgefallenes wie Taube mit Birne.

Event-Cuisine: Ganz grosses Kino

Hans Mahr, 28.11.2019

Einmal muss man den Fisch selbst angeln, anderswo versprühen Düsen Meeresduft zwischen den Gängen. Erlebnisgastronomie auf Spitzenniveau kennt scheinbar keine Grenzen. Sind die Köche verrückt geworden?

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Gut essen allein genügt nicht mehr. Ein «Event» muss es sein, über das man zu Hause berichten kann. Spass soll der Abend auch machen, am besten eine Art Küchentheater. Und überhaupt: Wenn man schon für einen Besuch so viel zahlt wie für eine Oper mit Anna Netrebko bei den Salzburger Festspielen, dann sollten alle Sinne daran teilhaben, nicht nur der Geschmack – das ist, kurz zusammengefasst, momentan angesagt in der Eventgastronomie. Doch was vordergründig bloss effekthascherisch wirkt, wurde indes wissenschaftlich belegt: Scheinbar nebensächliche Reize wie Musik oder visuelle Eindrücke beeinflussen unser Geschmacksempfinden. Ein Trend, gefeiert von internationalen Foodies, skeptisch beäugt von konservativen Feinschmeckern. Was ist dran am Hype?

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