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Weihnachtsbäckerei ist oft gar nicht so süss wie ihr Ruf, denn mit ihr wird meist ein Stück Familiengeschichte gebacken. Das macht sie höchst anfällig für jede Art von Emotionsgewirr und unterschwelligem Wettbewerb, schliesslich wähnt sich jeder im Besitz der besten Rezeptesammlung. Solange der familiäre Kernstamm um die Keksdose sitzt, ist das kein Problem, da hält sich deren Sprengstoffpotenzial in Grenzen. Doch wehe, wenn der Schwieger-Clan oder gar die Patchwork-Sippe auftaucht. Mehl und Staubzucker mutieren dann rasch zu Gunpowder, sodass Neutralitätsverfechter am besten gleich hinterm Backblech Deckung suchen. Geht es um den Streitfall Vanillekipferl, krachen die Brösel besonders rasch aufeinander. Das Vanillekipferl ist die Diva unter den Weihnachtsbäckereien: Glaubensfrage, politische Partei, Beatles oder Stones, Bordeaux oder Burgund, Starwars oder Startrek, Apple oder Microsoft – jedenfalls Philosophie und Geisteshaltung. Denn am Vanillekipferl lassen sich auch Ausdauer, Grosszügigkeit, Nackenstärke und Wuzelkraft bemessen.
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