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Schon im Januar herrscht ein wenig Hektik im kleinen Städtchen Vevey. Dabei findet die Fête des Vignerons erst im Juli und August 2019 statt. Bis dahin wird im Ort quasi eine weitere Stadt aufgebaut. Das Zentrum der Fête ist eine grosse Arena auf dem Marktplatz direkt am See. Erstmals in der Geschichte der Fête werden täglich 20'000 Zuschauer dem Schauspiel des «Winzerfests» beiwohnen können – grösser war die Fête nie. Ein gigantisches Vorhaben, wenn man bedenkt, dass Vevey selbst nur knapp 18'000 Einwohner hat und somit gänzlich in der temporären Anlage untergebracht werden könnte. Die 1400 Quadratmeter grosse Hauptbühne ist in etwa so gross wie ein olympisches Schwimmbecken, dazu gibt es vier erhöhte Nebenbühnen von jeweils 300 Quadratmetern. Sechs Monate Bauzeit haben sich die Organisatoren gegeben, ein sportlicher Plan. Der Tessiner Daniele Finzi Pasca ist künstlerischer Leiter der Veranstaltung und wird der sich im Bau befindenden Arena Leben einhauchen. Die Besucher erwartet eine Inszenierung voll magischer Kulissen, erstaunlicher Bühnenmaschinerie, Überraschungseffekten und Kunstsstücken. Das rund zweieinhalbstündige Spektakel lebt von der Mitwirkung von nicht weniger als 5400 Schauspielerinnen und Schauspielern, grösstenteils Laien. Für die bombastische Inszenierung ist Pasca genau der Richtige. Schliesslich hat er schon Grossveranstaltungen wie beispielsweise die Schlussfeier der Olympischen Spiele in Turin im Jahr 2006 und Sotschi 2014 umgesetzt. Im Jahr 2005 entwarf er für den Cirque du Soleil die Produktion «Corteo» und für seine Leistungen auf den Bühnen dieser Welt verlieh ihm die Schweizerische Gesellschaft für Theaterkultur 2012 den Hans-Reinhart-Ring. Die konzeptuelle Arbeit für die Aufführungen in der Arena begann bereits vor fünf Jahren, im September letzten Jahres starteten die Proben. Eines der Highlights wird Finzi Pascas Interpretation der Hirtenhymne «Ranz des Vaches» sein. Das Waadtland ist geprägt vom Zusammenspiel zwischen den Seeregionen und den Bergen. Bis heute gibt es Familien, die regelmässig von den Almwiesen runter zu den Weinbergen am See ziehen und so die sommerliche Weide für die herbstliche Weinlese verlassen. Und so ist es nur logisch, dass seit 1819 auch die Senner bei jedem Weinfest mit dabei sind. Dann stimmen sie im Chor oder solo den berühmten Kühreigen an – quasi die offizielle Hymne der Fête. Insgesamt erwarten die Veranstalter in diesem Jahr knapp eine Millionen Besucher aus der ganzen Welt. Schätzen lässt sich deren Zahl nur schwer, denn die Erfahrungswerte sind gering – die Fête findet nur etwa alle 20–25 Jahre statt. Bei der letzten, im Jahr 1999, feierten rund 500.000 Menschen in Vevey. Über Generationen hinweg hat sich die Fête des Vignerons zu einem grandiosen Spektakel entwickelt. Veranstalter ist die Confrérie des Vignerons, die mit dem mittlerweile gigantischen Fest die Arbeit der Winzer und ihrer Heimat gebührend würdigen möchte. Das französische Wort «Vigneron» steht dabei für die Weinbauern, also die Menschen, die sich um den Anbau im Rebberg kümmern, und für diese ist das Fest auch bestimmt.
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