Film: As Gin goes by

Erhard Ruthner, 10.10.2018

Gin und Kultur werden oft in einem Atemzug genannt, denn der Klassiker unter den Drinks hat einen fixen Platz in vielen Filmen und Romanen.

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«I like to have a Martini, two at the very most; after three, I’m under the table, after four I’m under my host!» Dieses Zitat von Dorothy Parker, die als bedeutende Sozialkritikerin und Journalistin in die Geschichte einging, ist wahrscheinlich jeder Barfly auf der ganzen Welt bekannt. Ein gewisser Hang zu alkoholischen Getränken, insbesondere zu Gin, wird aber auch vielen anderen englischsprachigen Literatur- und Filmschaffenden nachgesagt. Der berühmteste unter ihnen war wohl Ernest Hemingway, obwohl der nach ihm benannte «Hemingway Special» eine rumbasierte Daiquiri-Variante ist. Allerdings sagt man dem Autor nach, dass er nach der Befreiung von Paris im Jahr 1944 sofort ins «Ritz» gegangen sei und 44 Martini-Cocktails bestellt habe. Das Multitalent W. C. Fields, der in seinen Filmen meist misanthropische Männer mit kleinbürgerlichen Alltagsproblemen spielte, soll lakonisch bemerkt habe: «Ich trinke nie etwas Härteres als Gin zum Frühstück.» Und der Pulitzer-Preisträger Tennessee Williams verewigte immer wieder den Gin Fizz in seinen Werken. Von jeher sind Literatur und Film auch Spiegel der Mode, die zu ihrer Zeit angesagt war, und zwar nicht nur, was Ausstattung und Kleidung angeht – nein, auch die Drinks, die teils eine erhebliche Rolle in einzelnen Publikationen spielen, sind Ausdruck des jeweiligen Lebensgefühls und sogar in der Lage, Trends zu kreieren oder zu verstärken. Von der Entstehungszeit der Filme lassen sich also ziemlich gut Rückschlüsse auf die Barkultur ziehen. Beschäftigt man sich mit dem Erscheinen von Gin-Drinks, wird man bei der Durchsicht alter Klassiker schnell fündig, denn als der Tonfilm in den 1930er-Jahren immer populärer wurde, sparten die Hollywood-Regisseure nicht mit Begegnungen ihrer Figuren an der Bar. Schon 1934 wurde in «The Thin Man» mit einem Knickerbocker angestossen, und in «Casablanca» (1942) spielen der French 75 und der Singapore Sling eine grosse Rolle. Der von Humphrey Bogart gespielte Café-Besitzer Rick beklagt sich über das Auftauchen seiner Verflossenen Ilsa (Ingrid Bergman) sogar mit den Worten: «Of all the gin joints, in all the towns, in all the world, she walks into mine.»

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