Die Hundsheimer Donauinsel liegt gegenüber der Ried Steiner Pfaffenberg bei Krems.

Flüssiges Europa: Die Donau und der Wein

Peter Moser, 03.06.2019

Auf ihrem Weg vom Ursprung bis ins Schwarze Meer passiert der längste Strom Mitteleuropas viele Länder mit ausgewiesener Weinkultur.

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Der grosse antike Universalgelehrte Herodot gab dem Wasserweg zwischen dem Schwarzwald und dem Schwarzen Meer den Namen Istros. Und weil die Donau, anders als die meisten grossen Flüsse des Kontinents, die Richtung von Westen nach Osten einschlägt, hiess sie in der Antike Sonnentrotzer. Auf einer Strecke von 2.857 Kilometern berührt sie heute zehn Länder – nämlich Deutschland, Österreich, die Slowakei, Ungarn, Kroatien, Serbien, Rumänien, Bulgarien, Moldawien und die Ukraine. In all diesen Nationen wird heute der Weinbau gepflegt, in vielen Fällen direkt an der Donau selbst. An ihren Ufern entstanden zahlreiche bedeutende Städte, aber auch viele malerische Flecken, von denen viele ohne die Produktion oder den Handel mit dem Wein keinen dauerhaften Bestand gehabt hätten. Die Donau ist in vielerlei Hinsicht eng mit der Weinkultur verbunden. Sie hat die Täler in die Landschaft gegraben, an deren Hängen sich heute die Reben der Sonne zuwenden, sie schafft ein Klima, das der Weinstock liebt. Über die Donau kamen die Mönche vor mehr als tausend Jahren flussabwärts, sie brachten den christlichen Glauben und mit ihm das Wissen um den Weinbau. Am pannonischen Mittellauf waren es die Römer, die den grossen Strom mit ihrem Limes zur Grenze machten und die Kunst des Weinmachens an die Gestade des Danuvius brachten. Im Osten waren es hingegen hellenistische Einflüsse, die von den Thrakern in Form ihres Dionysos-Kults in eine frühe Weinkultur gegossen wurden, die schon der Dichter Homer bewunderte. Weine aus dem bulgarischen Donauraum wurden in der Antike bis nach Ägypten exportiert.

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