Vom gleichsam zuckerfreien Extra Brut bis zum süßen Dry mit 20 oder mehr Gramm Restzucker reicht auch heute noch das Spektrum der Prosecco-Produzenten aus dem Veneto.

Glanz und Glera: Was Prosecco so besonders macht

Othmar Kiem, 25.04.2023

Italien ist heute der größte Schaumweinproduzent der Welt – über 700 Millionen Flaschen Prosecco werden jährlich erzeugt. Vor allem die Trauben für den besonders hochwertigen Conegliano Valdobbiadene Prosecco Superiore DOCG werden in einer reizvollen Landschaft mit einigen spektakulären Steillagen gewonnen.

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Paolo Bisol weist auf einige alte, knorrige Rebstöcke, die in steiler Lage am Cartizze-Hügel stehen. »Das sind unsere Methusalems, diese Reben sind über 80 Jahre alt. Wenn wir sie gut pflegen, haben sie noch viele weitere Jahre vor sich.« Die Trauben dieser alten Reben bilden die Grundlage für den Prosecco Superiore DOCG Vecchie Viti von Ruggeri. Und Paolo Bisol kennt die Steillagen um die Kleinstadt Valdobbiadene wie seine Westentasche. Über viele Jahre führte er die Kellerei Ruggeri, 2017 wurde Ruggeri Teil der Rotkäppchen-Mumm-Gruppe. Der Cartizze-Hang ist eine besondere Lage im Gemeindegebiet von Valdobbiadene. 107 Hektar ist die Steillage groß, und alle Betriebe möchten einen Anteil daran haben, damit sie auch einen ­Cartizze im Sortiment führen können. Das hat den Preis für Weinland im Cartizze mächtig in die Höhe getrieben. Hochgerechnet auf einen Hektar liegt der bei über einer Million Euro. Wird irgendwo eine kleine Fläche frei, finden sich sofort zahlreiche Interessenten, die bereit sind, solch hohe Summen auf den Tisch zu legen. Traditionell wurde Valdobbiadene Superiore di Cartizze immer als Dry mit einer leichten Restsüße ausgebaut. In den vergangenen Jahren konnte sich aber immer mehr die trockenere Brut-Variante durchsetzen, in der die Finesse des Cartizze besser zur Geltung kommt.

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