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Falstaff: Frau Jurtschitsch, erzählen Sie doch bitte mal: War es ein großer Kulturschock, als sie aus Rheinhessen ins Kamptal gezogen sind? Stefanie Jurtschitsch (geb. Hasselbach): Naja, Schock hört sich so dramatisch an, ich würde mal sagen, es fühlte sich nach Abenteuer an. Die Rieslinge schmeckten so knochentrocken. Alwin Jurtschitsch: Da muss ich jetzt aber einhaken, so abrupt war die Landung nicht, schließlich warst du ja früher schon einmal als Praktikantin bei uns, und wir konnten dir zeigen, wie Riesling in Österreich schmecken kann. SJ: Ja, gut, aber etwas Restsüße und die Eleganz und Fruchtigkeit, die daraus entstehen können, das ist für mich Heimat. AJ: Und für mich war’s ein Kulturschock, als ich zum Studieren nach Deutschland kam. Im ersten Semester hab ich gedacht: Das schmeckt ja alles wie Würfelzucker. Ein Österreicher kann dir bei einem trockenen Wein aus dem Stegreif sagen, ob er zweieinhalb oder drei Gramm Restzucker hat. Aber für mich waren damals kaum Auslese und Kabinett zu unterscheiden, es schmeckte einfach alles süß. Allerdings habe ich meine Meinung diesbezüglich auch recht schnell geändert.
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