Totes Kapital oder sinnvolle Wertanlage? Großzügig bestückte Weinkeller sind längst die Ausnahme, für Sommeliers wird eine kluge Einkaufspolitik immer wichtiger.

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Davon träumt jeder Sommelier: Eine Weinkarte mit 5.500 Positionen, und unten in den Kellern lagern 60.000 Flaschen feinsten Stoffes. Im »Palais Coburg« in Wien ist das Realität. Unlängst votete das britische Magazin »The World of Fine Wine« die Weinkarte des »Coburg« zur besten der Welt. Ein geschätzter Warenwert von mehr als 20 Millionen Euro lagert in den sechs Kellern des »Coburg«. Der teuerste Wein auf der Karte: eine 6-Liter-Flasche 1961er Château Latour um 170.000 Euro. Das alles braucht natürlich einen weinverliebten – viele würden sagen: weinverrückten – Investor wie in diesem Fall den Eigentümer des »Coburg«, Peter Pühringer. Während man hier also aus dem Vollen schöpfen kann, sinkt in den Restaurants das Investitionsrisiko in den Weinkellern enorm. »Totes Kapital« wird drastisch reduziert. Wie zum Beispiel bei »Trippolts Zum Bären« im Kärntner Bad St. Leonhard. 2008 fanden sich im Keller noch mehr als 550 unterschiedliche Etiketten. Bis heute hat man auf 100 bis 120 Positionen reduziert. »Manchmal sind auf der Weinkarte auch nur 80 verschiedene Tropfen zu finden«, sagt Silvia Trippolt-Maderbacher. Die Karte spezialisiert sich auf Regionalität und setzt auf ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

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