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«Dom Pérignon für den Hund», sagt der Junge. Herrischer Ton, herrische Geste. Der Vater sitzt daneben. Sonst ist er es, der den Champagner bestellt. Die Sommelière geht auf die Knie und füllt den Napf.Grotesk! Kann nicht wahr sein? Doch. Die Geschichte hat sich in einem feinen Restaurant in Süddeutschland zugetragen. Sie sehen – wir nennen oft keine Namen. Wir wollen die schützen, die uns Sätze diktieren wie den folgenden. Er stammt von einem Drei-Sterne-Restaurantchef: «Man darf nicht offen sagen, dass Kinder manchmal scheisse sind.» Achtung, liebe Falstaff-Leser, wir werden nicht nur Schauerstorys erzählen von verzogenen Rotzlöffeln. Sondern auch wunderschöne Anekdoten über Jungs und Kalbskutteln, über Mädchen und Froschschenkel. Wir werden Ihnen sagen, warum Kinder wie urteilen. Und wie Restaurants auf Kinder eingehen. Weil Horrorgeschichten aber am schönsten sind, fangen wir mit blasierten Prinzessinnen und Prinzen an. Fragt der Kellner den Fünfjährigen: «Möchtest du Schnitzel oder Pasta?» Antwort: «Meine Vorliebe ist Gänseleber.» «Terrine oder gebraten?» Mit spitzer Stimme: «Am liebsten esse ich sie gehobelt.» Apropos duzen. «Das Rindsfilet macht der Chef nur für dich», schmeichelt der Kellner eines anderen Spitzenrestaurants. Die Replik des kleinen Mädchens: «Sagen Sie Sie zu mir.» Markus Klaas vom «Vendôme» in Bensberg fasst zusammen: «Kinder imitieren das Verhalten ihrer Eltern. Ist für die ein Kellner nichts wert, behandeln die Kinder ihn auch herablassend.» Am meisten ärgert es Köche, wenn Eltern nicht einschreiten. «Einmal hat ein Kleinkind seinen Schnuller auf den Nachbartisch gespuckt. Die Eltern haben den Schnuller zurückgeholt. Sonst nichts», erzählt uns Tim Raue aus Berlin.
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