Meister des Savoir-vivre und Savoir-faire.

Portrait: Karl-Friedrich Scheufele nimmt sich Zeit für Wein

Peter Moser, 13.04.2018

Schon in jungen Jahren entdeckte Scheufele seine Leidenschaft für Wein. Mit dem Kauf des Château Monestier ­La Tour im Herzen von Bergerac erfüllte sich der Unternehmer einen Lebenstraum.

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Schon von Berufes wegen weiss er den Wert der Zeit zu schätzen, vor allem den der Freizeit, die für einen Manager seines Kalibers stets knapp bemessen ist. Karl-Friedrich Scheufele lenkt gemeinsam mit Schwester Caroline das Uhren- und Schmuckimperium Chopard, das grösste von einer Familie geführte Unternehmen dieser Art. Er ist als leidenschaft­­licher Hobbyrennfahrer mit feinen Oldtimern bekannt, legendär ist auch seine Weinkennerschaft, wobei der Wein von Château Haut-Brion bislang als sein Favorit galt. Bereits im Jahr 1996 eröffnete der damals junge Unternehmer eine feine Vinothek unter dem Namen «La Galerie des Arts du Vin» in Genf – bis heute wird dort mit den berühmten Grands Crus Classés aus Bordeaux gehandelt; bevorzugt werden alte Jahrgänge und grosse Formate. «Meine Leidenschaft für Wein hat wohl mein Grossvater erweckt; er liess mich schon in sehr jungen Jahren rote Burgunder mit verkosten.» Drei Jahre später wurde «Le Caveau de Bacchus», ebenfalls in Genf, eröffnet; es folgten weitere Filialen in Gstaad und Gland. In seinen Vinotheken setzt Scheufele auf eine Topselektion von Weinen aus Bordeaux, Burgund und dem Rhônetal. Auch beste Weine aus Italien, ­Spanien und der Schweiz sind gut vertreten. Beraten wird man von exzellenten Experten, darunter einige Sommeliers des Jahres aus der Schweiz. Man ist, noblesse oblige, ebenso diskreter wie offizieller Repräsentant der weltweit gesuchten Weine der Domaine de ­la Romanée-Conti aus dem Burgund. Im privaten Keller schlägt das Pendel eher in Richtung Bordeaux. «Genau weiss ich es nicht, aber ich schätze mal, zwei Drittel meiner Weine werden aus der Gironde kommen.» Es war wohl nur eine Frage der Zeit, bis Karl-Friedrich Scheufele auch über den Kauf eines Weinguts nachzudenken begann. «Da meiner Gattin Christine die Idee eines Rückzugsorts im Grünen gefiel, begannen wir, ­uns einfach ein bisschen umzuschauen. Gut erreichbar sollte das Objekt sein, da kamen verschiedene Regionen von der Toskana bis Bordeaux infrage. Fündig geworden sind wir schliesslich in Bergerac an einem Platz zwischen Saint-Émilion und dem Périgord.» Geworden ist es ein Bilderbuch-Anwesen, eingebettet in die erhabene Ruhe ausstrahlende hügelige Grünlandschaft des Bergerac.

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