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Es war ganz zu Anfang meiner Karriere als Weinjournalist, als ich zum ersten Mal mit der Naturweinbewegung in Berührung kam – und es war Liebe auf den ersten Blick. Nicht nur die Weine waren anders, im besten Sinne lebendig, sondern vor allem der Groove. Naturwein bedeutet für mich Lebenslust: gutes Essen, Musik und lockere Stimmung. So verwundert es nicht, dass Naturwein viele junge Menschen begeistert, die zuvor mit dem Thema Wein nichts zu tun hatten oder haben wollten. Ein großes Verdienst! Auf der Produktebene ist es für mich als Weinexperte faszinierend, Weine entdecken zu können, die komplett auf das Wesentliche reduziert sind, ungeschönt und ungefiltert. Dass es da auch qualitative Ausreißer nach unten gibt, ist wenig überraschend. Doch einen banalen konventionellen Wein trinke ich genauso ungern – und von denen gibt es auch mehr als genug. Der große Verdienst der Naturweinbewegung aus heutiger Sicht ist, dass auch viele klassische Produzenten ihre Methoden hinterfragen. Und sich zu hinterfragen, ist eigentlich immer gut, egal, was man tut.
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