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Wenn es um mexikanische Spirituosen geht, liegt der Fokus fast immer auf Tequila und Mezcal, die heute zu den Hauptakteuren in der internationalen Mixologie gehören. Der Tequila, kodifiziert und standardisiert, dominiert weltweit die Regale mit seinem leicht süßen, manchmal auch erdigen Geschmack und, im Falle der reiferen Versionen, auch mit komplexeren Aromen wie Vanille, Beeren und Eiche. Doch auch der wildere, rauchige und handwerklich hergestellte Mezcal hat dank seiner Vielseitigkeit und seiner uralten Geschichte die Barwelt sowie das herz vieler Genießer erobert. »El Mezcal no te emborracha, te embruja« lautet das Sprichwort in Mexiko. Mezcal ist in der Tat ein Destillat, das nach Meinung der Einheimischen trotz seines Alkoholgehalts nicht betrunken macht, sondern betört (wenn man es nicht übertreibt). Mexiko beherbergt daneben jedoch noch ein viel größeres und ebenso faszinierenderes, flüssiges Erbe, das auf verborgenen Geschichten, extremen Terroirs und Produktionstechniken fußt, die ebenso tief in der ländlichen Kultur verwurzelt sind. Es handelt sich vor allem um drei weniger bekannte Destillate, die jetzt in einigen Lokalen und somit in den Gläsern von Liebhabern auftauchen: Raicilla, Bacanora und Sotol. Hergestellt aus verschiedenen Rohstoffen, mit oft archaischen Techniken und einer starken territorialen Komponente, sind sie ein reiner Ausdruck der Biodiversität und der tiefen Seele Mexikos. Es lohnt sich, sie kennen zu lernen und - wenn möglich - zu probieren.
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