Franz Keller vom Kaiserstuhl in Baden in Deutschland war Vorreiter der trockenen Stilistik.

Rebenverwandtschaft: Grauburgunder & Pinot Gris

Peter Moser, Othmar Kiem, Martin Kilchmann, Ulrich Sautter, 20.11.2017

Grauburgunder ist ein Wein mit vielen Gesichtern und ebenso vielen Namen: Pinot Gris, Ruländer, Pinot Grigio, Sivi Pinot sind alles Bezeichnungen für ein und dieselbe Rebsorte.

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Der Grauburgunder ist eine Weissweinsorte, auch wenn man es ihr im Weingarten auf den ersten Blick nicht ansieht, denn die Trauben sind von rötlich-grauer Farbe. Die Rebforscher sind sich einig, dass die Sorte Grauburgunder eine zufällige Mutation aus dem Pinot Noir ist, mit dem Ursprungsland Frankreich, wo die Sorte Pinot Gris heisst. Es könnte aber durchaus auch möglich sein, dass diese Farbmutation zeitlich unabhängig mehrmals passiert ist. Wie bei den meisten alten Rebsorten ranken sich auch um die Verbreitung des Grauburgunders zahlreiche Legenden, wobei der Wahrheitsgehalt manchmal fraglich ist. Wegen eher frühem Austrieb ist die Sorte bei Spätfrost im Frühjahr gefährdet, eine dünne Beerenhaut macht sie für Edelfäule anfällig. Als Standort werden meist warme Hanglagen bevorzugt, der Grauburgunder transportiert terroirspezifische Noten, besonders gut gedeiht er auf vulkanisch geprägten Böden. Die Rebsorte liefert eher säurearme, dafür extraktreiche, komplexe Weine mit tenden­ziell höherem Alkoholgehalt. Der Wein hat eine kräftige Farbe, die manchmal rötlich bis messingfarben unterlegt sein kann.

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