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Im Ganzen betrachtet ist Graubünden zweifellos ein Mekka der hohen Küchenkunst. Für das Verwaltungszentrum Chur trifft dies allerdings nur beschränkt zu. Es gibt eine Handvoll sympathischer Adressen, die man dennoch nicht in den höchsten Sphären ansiedeln würde. Am nächsten kommt diesen Gefilden zweifellos das «Restaurant Kornplatz». Klaus Blümel hat, unterstützt von seiner Frau Klaudia, das Traditionslokal mit Beharrlichkeit und enormem Fleiss an die Spitze der lokalen Hierarchie gekocht. Sein Credo: Alles wird von Grund auf frisch zubereitet. Ihre Vorarlberger Wurzeln wollen Blümels dabei keineswegs verstecken – die Homepage empfängt die Internauten mit einem «Grüss Gott». Das Österreichische verschmilzt im «Kornplatz» indessen mit der heimischen Kost Graubündens. Capuns beispielsweise, ein rätisches Nationalgericht und Ehrensache jeder Bündner Hausfrau, beherrscht Blümel virtuos. Sie sind mit sicherer Hand gewrappt und zeichnen sich durch dichte Aromatik und vorbildlich aufgelockerte Teigfüllung aus. Die gefüllte Pasta gerät ebenfalls tadellos, der dünne Teig zeigt Biss. Als Füllung fungieren Murger Kastanien, Gämse, Steinpilz oder (als Beilage zum Rehrücken) Sellerie. Den Seesaibling bezieht Blümel von der alpinen Fischzucht in Lumbrein. Ein besonderer Schatz ist der Weinkeller: Mit Schwerpunkt Österreich und Graubünden hortet Blümel ein breites Angebot, darunter nicht wenige Grossflaschen. Minderjährige Kreszenzen anzubieten und sich damit zum Komplizen beim Kindsmord zu machen, lehnt er ab. Er lässt ein Gewächs lieber noch etwas im Keller liegen, bevor es auf die Karte kommt.
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