Restaurant der Woche: Neubad

Hans Theo Stamp, 28.05.2018

Küchenchef Sandro Vladani setzt im «Neubad» in St. Gallen auf ein neues Konzept ohne klassischer Menüfolge und mit gleich grossen Gängen.

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St.Gallen hat eine kleine, feine Restaurantmeile. An der Bankgasse reiht sich Lokal an Lokal. Bei mehreren Adressen hat es unlängst Auffrischungen und Konzeptwechsel gegeben. So auch im «Neubad», von den Einheimischen liebevoll «Neubädli» genannt. Geblieben ist die Einrichtung – zum Glück, denn die in historisches Täfer gefasste Erststock-Stube ist eine der schönsten der Stadt. Sandro Vladani, der neue Koch im «Neubad», ist ein alter Bekannter in der Region. Zuvor stand er unter anderem bei Gastro-Eminenz Köbi Nett in der Küche. Im «Neubad» präsentiert er eine Menüstruktur, bei der es keine klassische Menüfolge gibt. Alle Gänge sind bewusst etwa gleich gross gehalten; empfohlen wird ein Menü aus vier Tellern. Die gewohnten Zuordnungen scheinen allerdings nach wie vor durch, denn Salat und Tatar wird man immer als Vorspeise wahrnehmen, Schweinsbacke oder Rindsfilet als Hauptgang. Vladani komponiert Teller, die auf klassische Grundstrukturen Bezug nehmen, aber im Detail doch originell geraten. Butternuss-Kürbissuppe mit Litschi, Crevette und Chili zum Beispiel, oder südafrikanischen Hummerschwanz mit Griess, Mönchsbart und Pomelo. Sehr gefallen hat uns auch die Entenbrust mit Gerste, Schwarzwurzel und Kumquat, wo ein vielfältiger und dennoch homogener Geschmacksakkord gelingt. Überdurchschnittliche Aufmerksamkeit erhält der Käsegang, wo gebackener Taleggio von Zitronenthymian, Feige und Focaccia begleitet wird. Den Abschluss bildet ein Blutorangen-Rosmarin-Sorbet mit Monkey 47-Gin. Mit alledem, auch mit einem entspannten Service, will man nicht zuletzt ein jüngeres Publikum ansprechen. Mit Erfolg, wie man im «Neubad» eindrücklich sehen kann.

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