Steirische Krapfenkultur vom Allerfeinsten

Tina Veit-Fuchs, 19.02.2025

Luftig-süß, deftig-schmalzig oder knusprig gebacken: Die Krapfenkultur der Steiermark wetteifert mit der Mannigfaltigkeit der Regionen. Eine köstliche Bestandsaufnahme zwischen Bergen, Tälern und einer Glaubensfrage.

Werbung

Wenn sich die Lärchen am Fuße des Dachsteins langsam zu verfärben beginnen und der Oktober mit herrlichem Wanderwetter um die Ecke lugt, herrscht in der Küche auf der »Brandalm« emsiges Treiben. In diesem Jahresabschnitt beginnen die Tage von Eva-Maria Schrempf und ihrer Schwiegermutter Erika weit vor Sonnenaufgang. Seit 20 Jahren ruft die Familie im zehnten Kalendermonat die Krapfenwochen in der Ramsau aus. Insider sprechen von der fünften Jahreszeit auf der Alm. Bekannt sei man weit über die österreichische Grenze hinaus. Der Krapfen wegen. Die gusseiserne Pfanne mit Schweineschmalz für die Ennstaler Steirerkrapfen steht schon parat. »Wir servieren die ›Roggernen‹ – auch ›Katholische‹ genannt – mit Sauerkraut und Erdäpfeln, mit Rind- und Schweinefleisch oder klassisch gewuzelt mit Steirerkas«, zeigt Eva-Maria Schrempf auf den Krapfen in Fladenform. Die Größe eines Zeitungsblatts und die beachtliche Anzahl der zubereiteten Krapfenjausen für einstige Knechte und Mägde brachte dem Steirerkrapfen auch die liebevolle Bezeichnung der »Ennstaler Bauernzeitung« ein. Für die Krautkrapfen wird Süßkraut verwenden. Die Schrempfs servieren dazu eine hausgemachte Chilisauce und Schladminger Bier.

Weiterlesen

Werbung