Werbung
Geht es um die geselligen Mehr-Personen-Drinks, dann darf der Blick nach Grossbritannien nicht fehlen. Während des legendären Tennis-Turniers in Wimbledon sitzt kaum jemand im Publikum, der nicht einen Becher in der Hand hält, in dem ein bernsteinfarbener Inhalt mit Gurke und Zitrone schwappt: Der Pimm’s No. 1 Cup ist nicht nur das offizielle Getränk der Sportveranstaltung im Südwesten Londons, es ist zudem einer der populärsten Sommerdrinks der britischen Inseln und findet auch auf dem Kontinent zunehmende Verbreitung. Ein Kräuterlikör auf Gin-Basis Wichtigstes Element des Mixgetränks ist der Pimm’s No. 1, ein Kräuterlikör auf der Basis von Gin. Er geht zurück auf den Bauernsohn James Pimm, der in den 1820er-Jahren nicht weit vom Buckingham Palace eine Austernbar eröffnete. Zu den Austern servierte der Wirt seinen Kräuterlikör, der das vornehme Publikum zunehmend begeisterte. Weitere Pimm’s-Nummern sollten folgen, wobei jede Nummer eine andere Basis-Spirituose repräsentierte. Heute finden sich in den Regalen noch der Pimm’s No. 6, der auf Wodka basiert, und im Winter der Pimm’s No. 3, dessen Ursprung auf Brandy zurückgeht. Die exakte Rezeptur für Pimm’s No. 1 kennen angeblich nur sechs Menschen. Die geheimnisvolle Mixtur soll neben Gin noch Orangenlikör, Zitronenschalen, Nelken, Curry, Kräuter und verschiedene Wurzel-arten enthalten. Woher kommt der Begriff Punch eigentlich? Der Drink reiht sich in die britische Tradition des «Punch» ein und führt zurück in die Kolonialgeschichte des britischen Königreichs, genauer nach Indien. Der Sanskrit-Begriff «panch» bedeutet «fünf» und nennt gleichsam die klassische Anzahl von Zutaten im Punch. Erstmals überliefert in einem Brief aus dem Jahre 1632, steht die Fünf für Alkohol, Wasser, Süsse, Säure und – fünftens – eine würzende Zutat. Verschiedenste Rezepturen mit Rum, Branntwein oder Arrak liessen im 17. Jahrhundert zahlreiche Punch Houses entstehen, die ihre Spezialmischungen anboten und je nach Jahreszeit kalt oder warm servierten. Lange boten die Cocktailbars lediglich die Kategorie der «Fruit Punches», wie Planter’s Punch oder Mai Tai, an, die meist auf Rum-Basis mit reichlich Fruchtsäften die Sehnsucht nach dem Flair der Karibik und der Tropen bedienten.
Werbung