Der Vollblut-Merlot von Château Péby-Faugères aus Saint-Émilion in Bordeaux fasziniert durch ­seine Eleganz und Fülle.

Top 10: Die besten Merlots der Welt

Othmar Kiem, Peter Moser, 02.01.2018

Ihrem Charme kann man sich nur schwer entziehen: Die ganz grossen Merlots zählen zu den überzeugendsten Verführern unter den Rotweinen.

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Merlot ist eine Kultsorte. Man denkt dabei sofort an ­Petrus, einen der berühmtesten und teuersten Weine der Welt. Die Rebsorte stammt aus dem Südwesten Frankreichs. Jüngste DNA-Forschungen ergaben, dass es sich um eine Kreuzung aus Cabernet Franc und einer weniger bekannten Sorte namens Magdeleine Noire des Charentes handelt.Der Ausgangspunkt des weltweiten Siegeszugs des Merlots war das rechte Ufer in Bordeaux, wo die Sorte seit dem Ende des 18. Jahrhunderts bekannt ist. Ihr Name soll auf die auffällig dunkle, schwarzblaue Färbung ihrer Trauben zurückgehen, die jenem des Gefieders der Amsel gleicht, die auf Französisch «Merle» genannt wird und der eine Präferenz für die reifen, dünnhäutigen Beeren des Merlots nachgesagt wird. In Frankreich ist der Merlot heute die populärste Rebsorte, weltweit rangiert sie auf Platz fünf. Bei den Neuauspflanzungen liegt der Merlot nur mehr knapp hinter Cabernet Sauvignon. Die besten Vertreter kommen heute aus Bordeaux, wo Merlot rund 62 Prozent der Weingärten innehat, der Toskana und Kalifornien, aber auch dem Schweizer Tessin, und zunehmend spielen auch Argentinien, Chile und Australien im Konzert der Besten mit. Der Grund für die Popularität liegt auf der Hand: Rotweine aus Merlot sind gut strukturiert und kraftvoll, verfügen über eine weiche, seidige Textur, gute Säurestruktur und eine reiche Aromatik, was sie zu exzellenten Speisenbegleitern von grosser Bandbreite macht. Das Spektrum reicht von Schweinefleisch über Käse bis zu Schokolade, Merlot gilt zu Recht als universell einsetzbar bei Tisch. Typisch für das ­Bukett eines Top-Merlots sind feinwürzige Nuancen von Nougat, kandierten Veilchen, Lakritze und schwarzer Trüffel, fruchtige Anklänge von schwarzen Kirschen, Brombeeren, Heidelbeere und Pflaumen. Am Gaumen gibt er sich stoffig bis opulent, verfügt über reife Tannine und – so nicht zu spät gelesen – auch über erstaunliche Säure und Lebendigkeit. Alle diese Eigenschaften machen den Merlot zum vielleicht beliebtesten Cuvée-Partner überhaupt, nur äusserst selten wird er ganz reinsortig auf die Flasche gebracht. Der Merlot ist ein freundlicher und facettenreicher Rotwein, dessen Charme und im allerbesten Fall Magie man sich schwer entziehen kann.

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