Cortis Küchenzettel: Warum Bottarga der spannendere Kaviar ist

Severin Corti, 04.06.2026

Bottarga, Kaviar von Meeräschen und manch anderen Fischen, wird gepresst und an der Luft getrocknet, bis er ein einzigartig luxuriöses Aroma entwickelt. Er ist rund um das Mittelmeer seit der Antike begehrt – und sollte möglichst pur genossen werden.

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Seit der Kaviar vom Stör nur noch aus Zuchtfisch gewonnen werden darf, der davor mindestens sieben Jahre in engen Tanks gehalten wird (weil Störe erst dann geschlechtsreif werden, Anm.), sind Feinschmecker mit einem Bewusstsein für diese stolzen Wesen auf andere Arten von Kaviar umgeschwenkt. Hinweis: Hecht hat neben Lachs (sehr selten!) den vielleicht wohlschmeckendsten frischen Kaviar aller Wildfische. Aber es stimmt schon: Rein optisch ist Störkaviar schon wegen der edlen Farbe ein Hingucker erster Ordnung – und damit wie gemacht, um auch geschmacklich weniger überzeugende Kreationen manch nobler Restaurants zumindest optisch ins Begehrenswert-Exklusive hinüberzuretten. Es gibt längst eine eigene Riege hoch dekorierter Adressen, die ihr Renommée nicht unwesentlich der instagrammablen Qualität ihrer Kaviar-Drapierung auf ansonsten recht indifferenten Edelteil-Kreationen zu verdanken hat.

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