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Einem Koch flicht die Nachwelt keine Kränze – anders ist es kaum zu erklären, dass der Name Katzenberger heute mit einer blondierten Reality-Darstellerin zweifelhafter Relevanz assoziiert wird anstatt mit einem badischen Meisterkoch. Rudolf Katzenberger ist nahezu in Vergessenheit geraten. Dabei war der 1912 geborene Küchenmeister und »Vater« des badischen Schneckensüpple zu Lebzeiten weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. In den 1950er- und 1960er-Jahren, als deutsche Teller noch mit schweren Saucen überladen wurden, setzte er auf frische regionale Zutaten vom Markt sowie eine leichte Zubereitung und vertrat den radikalen Ansatz, dass der Eigengeschmack eines Produkts tatsächlich zur Geltung kommen sollte. Ein Stil, der in den 1970er-Jahren unter Paul Bocuse als »Nouvelle Cuisine« weltweit gefeiert wurde – dabei hatte genau genommen Katzenberger ihn erfunden, nur eben nicht so genannt. Aber gut, Ruhm ist ein Gericht, das häufig kalt serviert wird – postum.
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