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Im 16. Jahrhundert, als die Karibik noch von der Aura des Abenteuers durchdrungen war, machte der berüchtigte Freibeuter Sir Francis Drake die azurblauen Wellen unsicher. Dieser englische Freibeuter wurde aufgrund seiner Erfolge von den Bewohnern der Neuen Welt ehrfurchtsvoll auch »El Draque« genannt. Doch seine Legende beschränkte sich nicht nur auf die Eroberung von Schätzen, sondern auch auf die Entstehung eines Getränks, das Jahrhunderte später in aller Munde sein würde: der »El Draque«-Cocktail, den man in gewisser Weise als Urvater des »Mojito« verstehen kann. Doch was ist dran an dieser Geschichte? Der Überlieferung zufolge soll Sir Francis der Rum der damaligen Zeit nicht geschmeckt haben, weshalb er ihn mit Zucker, Limetten- oder Zitronensaft (je nachdem, was eben gerade zur Hand war) und etwas Minze genießbar gemacht haben soll. Diese Legende passt zu der damaligen Auffassung, dass sich Minze als Heilmittel bei Magenbeschwerden eignet, hat allerdings auch einen Haken: 1596 verstarb der gefürchtete Freibeuter, Rum als Standardspirituose auf Schiffen der Royal Navy lässt sich aber erst für das Jahr 1655 belegen, als dieser nach der Eroberung Jamaikas durch die Briten erstmals das Bier als tägliche Ration ablöste. Erst 1731 galt dies dann auf allen Schiffen der britischen Marine. Ob Sir Francis Drake also wirklich der Erfinder des Ur-Mojitos war, lässt sich nicht eindeutig belegen.
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