Typisch Apulien: Zwischen den traditionellen Trulli-Häusern wachsen Olivenbäume und Reben.

Wein aus Apulien: Weit mehr als Primitivo

Othmar Kiem, 14.11.2017

Lange Zeit war Apulien für Tafeltrauben und Fassweine bekannt. Damit wurden meist Weine aus dem Norden aufgepeppt. Das hat sich geändert.

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Das hier sind unsere jüngsten Reben», meint Nicola Chiaromonte vom Weingut Tenute Chiaromonte und lächelt dabei verschmitzt, «die sind erst zwischen siebzig und achtzig Jahre alt. Wir haben aber auch Weingärten, die über hundert Jahre auf dem Buckel haben.» Doch es ist nicht nur das Alter der Reben, das einen staunen lässt, es ist vor allem die Art, wie sie angelegt sind. In Reih und Glied verteilen sich die alten, knorrigen Weinstöcke über das Feld, alle in der für Süditalien typischen Stockerziehung, dem Alberello. Und alle sind verbunden über einen Trieb, der einen Bogen beschreibt und unter dem nächsten Stock in der Erde verschwindet. «Unsere natürliche Rebenvermehrung», erklärt Nicola, «wir nehmen einen Trieb, biegen ihn in die Erde und lassen die Spitze des Triebes herausschauen. Im nächsten Jahr schlägt der Trieb Wurzeln und bildet eine neue Rebe. Das ist die älteste Vermehrungsmethode für Reben.» Und die Reblaus? Die habe hier keine Chance, sagt Nicola, die Böden seien karg und sandig. Wurzelechter geht es nicht. Alle Stöcke wurden aus einer Handvoll Mutterreben gezogen und besitzen das gleiche genetische Material.

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