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D’Musel ass een vun denen Flöss, bei dem man direkt un Wäin denkt. Mä kaum een dënkt dodrun, dat d’Quell vun der Musel an de Vogesen ass an dat déi éicht Wëngerten vun der Musel sech am Frankreich befannen.» Das war Lëtzebuergesch – und bedeutet: «Die Mosel ist einer derjenigen Flüsse, bei denen man sofort an Wein denkt. Doch kaum jemand denkt daran, dass die Mosel in den Vogesen entspringt und dass die ersten Mosel-Weinberge in Frankreich liegen.» Ein paar deutsche Elemente, ein paar moselfränkische, ein paar französische: Das ist der ganz spezielle Luxemburger Mix, und das nicht nur in der Sprache, sondern auch beim Wein. Auf den Etiketten liest man Ausdrücke wie «Grand Premier Cru», «Côteaux de …» oder «lieu-dit». Französisch ist die Sprache fürs Offizielle und fürs Prestige. Selbst das Dekret, das Lëtzebuergesch zur Amtssprache erhebt, ist auf Französisch verfasst.In Luxemburger Flaschen findet man hingegen meist Weissweine, die – wie es flussabwärts am berühmteren Flussabschnitt üblich ist – von mehr oder weniger Restsüsse in der Balance gehalten werden. Doch dann enden die deutschen Anleihen auch schon wieder: Die irgendwie preussisch anmutende «trocken-halbtrocken-fruchtig»-Skala ist den Luxemburgern fremd. Der Wein ist halt so süss, wie Gott und der Winzer ihn gemacht haben. Das wiederum ist dann vielleicht etwas französischer, als es die Franzosen sind.
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