Wien: Stadt der Symbiose

Joachim Riedl, 12.12.2023

Das Geheimnis der Anziehungskraft, die Wien auf Gäste und Einwohner gleichermaßen ausübt, liegt in der fruchtbaren Symbiose aus Vergangenheit und Zukunft. Viel ihrer Kraft, zu neuen Ufern aufzubrechen, bezieht
die Stadt aus der Rückbesinnung auf ihre Traditionen.

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Wien leuchtet. Aus Tausenden von Lichtern glitzert und funkelt die Stadt. Ein Vorhang aus Licht liegt über dem Häusermeer, erhellt Straßen und Plätze, einzelne Gebäude erstrahlen im Schein zahlreicher Scheinwerfer, die ihren Fassaden spezielle Akzente aus Hell und Dunkel verleihen. Ein seltsamer Zauber legt sich an solchen Abenden über die Metropole, erlaubt einem magischen Lebensgefühl, sich im gesamten urbanen Raum auszubreiten. Man befindet sich in einer weltoffenen und lebensfrohen Stadt, in der sich die Einwohner ebenso wie neugierige Besucher durch das Geschehen treiben lassen, sie ausgeschwärmt und scheinbar ganz dem Augenblick hingegeben sind, um die flüchtigen Stunden einer Nacht mit allen ihren Sinnen in sich aufzunehmen. Erfüllt von einem vielsprachigen Stimmengewirr gelingt es Wien in solchen Situationen, eine einzigartige Anziehungskraft zu entwickeln, die Jung und Alt in ihren Bann schlägt und die Stadt als einen idealen Ort des Verweilens erscheinen lässt. Wenn sich dann die Nacht langsam dem Morgen zuneigt, wenn sich die letzten Nachtschwärmer auf ihren Heimweg begeben, weicht die Ausgelassenheit häufig einer ermatteten Zufriedenheit, die in eine kurze Frist der Erholung mündet, in der Wien neue Kräfte für sein alltägliches, großstädtisches Treiben sammelt, das alsbald die ganze Metropole wieder mit geschäftigen Aktivitäten erfassen wird.

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