Eigentlich wollte Prinz Robert von Luxemburg, Jahrgang 1968, ja Künstler werden. Die Weinwelt dankt, dass es anders gekommen ist.

World Champions: Der Wein des Prinzen

Peter Moser, 30.11.2018

Seit 2008 ist Prinz Robert von Luxemburg der Herrscher über die Familienweingüter in Bordeaux. Er sieht seine Rolle als Botschafter, der Weinfreunden in aller Welt diese Qualitäten näherbringt.

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Um das Jahr 1750 nannte man Nicolas-Alexandre, Marquis de Ségur, in Bordeaux respektvoll «Prince des Vignes». Denn neben anderen Gütern hatte er die rund 100 Jahre später als ­Premiers Grands Crus klassifizierten Weingüter Château Lafite und Latour, dazu Mouton und Calon-Segur in seiner Hand vereinigt. Auf Château Haut-Brion, dem legendären Erstgewächs, das direkt in der Grossstadt Bordeaux seine Reben pflegt, regiert seit zehn Jahren jedoch ein waschechter Prinz – nämlich Seine Königliche Hoheit Prinz Robert de Luxembourg. Die Geschichte seiner Weinberge geht bis zu den Römern zurück, der Name Haut-Brion ist einer der weltweit am längsten nachweisbaren. Und das Gut selbst sah im Laufe der Jahre auch schon eine Reihe an illustren Besitzern: Da waren Äbte und Admirale, ein Feldmarschall, ein Gouverneur sowie einige Bürgermeister. Und dann wären da noch Fürst Talleyrand, der legendäre Außenminister Napoleons, und schliesslich Clarence Douglas Dillon, US-Finanzminister unter JFK – und Grossvater von Prinz Robert.

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