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Philippa gibt einen glucksenden Laut von sich und greift nach dem Glas. Doch die Arme ihrer Eltern sind schneller als die kleinen Patschhände des sieben Monate alten Mädchens, das auf dem Schoss seines Vaters sitzt. Mit einer Prüm als Mutter und einem Steifensand aus der namhaften Wormser Dynastie von Winzern und Weinhändlern als Vater muss der Kleinen der Griff nach dem Riesling im Blut liegen – zumal im Glas eine Auslese aus der Wehlener Lage Sonnenuhr schwappt. Denn der Rebbau an den so privilegierten Steilhängen der Mittelmosel ist enger mit der Familie Prüm verknüpft, als es zwischen irgendeinem anderen deutschen Anbaugebiet und irgendeiner anderen Familie der Fall wäre. Die älteste Erwähnung eines Prüm in Wehlen datiert auf das Jahr 1156. Spätestens, als der Moselriesling in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Mode kam, wurde der Name der Familie zum Qualitätsversprechen. Sebastian Alois Prüm (1794–1871) gilt dabei als der Wegbereiter des heutigen Ruhms. Von seinen 13 Kindern erreichten nur sechs das Erwachsenenalter – und ein einziges ging eine Ehe ein: sein Sohn Matthias (1835–1890). Dieser wiederum hatte vier Söhne und drei Töchter. So setzte sich nach Matthias Prüms Tod eine Kaskade von Erbteilungen in Gang, aus denen so namhafte Betriebe wie Studert-Prüm, Weins-Prüm, S. A. Prüm, Jos. Christoffel jr., Dr. Loosen und Pauly-Bergweiler hervorgingen. Und eben, mit der Sonderstellung als Betrieb des erstgeborenen Sohnes, das Weingut Johann Josef Prüm. Es war 1911, als das Weingut Joh. Jos. Prüm formell gegründet wurde. Da der Namensträger bald darauf erkrankte, folgte ihm schon 1920 sein Sohn Sebastian Alois – einer übrigens von drei zeitgleich lebenden Prüms mit identischen Vornamen. Um sich von seinem Onkel und seinem Vetter zu unterscheiden, fügte Sebastian Alois seinem Namen denjenigen seiner Frau an: Prüm-Erz. Im Jahr 1969 übernahm schliesslich der Enkel von Johann Josef Prüm die Verantwortung auf dem Gut: der promovierte Jurist Manfred Prüm, Sohn des Ehepaars Prüm-Erz.
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