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Luciano Sandrone besuchte ich das erste Mal im Sommer 1992. Ich recherchierte für ein Buch über die Weine der Langhe, wie das Gebiet um Alba, südlich und östlich des Flusses Tanaro, heisst. Sandrone empfing mich in seinem kleinen, bescheidenen Haus an der Strasse ins Zentrum von Barolo. Er hatte zwar schon 1978 aus der ebenso historischen wie hoch dotierten Lage Cannubi, in die er sich das Jahr zuvor einkaufen konnte, seinen ersten Barolo erzeugt, doch tat er das gleichsam als Freizeitwinzer. Hauptberuflich war er als Kellermeister bei den mächtigen Marchesi di Barolo beschäftigt, die als Geburtshelfer des modernen Barolo gelten. 1990 machte er sich selbstständig. Die dazwischen liegenden Jahrgänge hatten ihm einen guten Ruf als Barolista verschafft. Er galt als feinfühliger Vermittler zwischen dem traditionellen und dem modernen Barolo-Stil. Die Diskussion darüber – hier die Verfechter einer langen Maischegärung und eines ebenfalls langen Ausbaus in Holzfudern, da die Anhänger einer kurzen Gärung und einer oxidativen Reifung in französischen Eichenbarriques – schlug in diesen Jahren hohe Wellen.
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