Swiss Design Lounge mit den legendären LC2-Fauteuils von Le Corbusier.

Zurück zum Beton

Karin Cerny, 27.06.2018

Form findet Funktion: Das Museum für Gestaltung in Zürich beeindruckt nicht nur durch eine riesige
Design-Sammlung. Auch das Gebäude selbst ist ein Ausstellungsstück.

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Alles Bahnbrechende hat es am Anfang schwer: «Schulfabrik» nannten die Zürcher einst verächtlich den Neubau der Kunstgewerbeschule samt Museum. Das zwischen 1930 und 1933 von Karl Egender und Adolf Steger konzipierte Haus ist ein faszinierendes Beispiel für den europaweiten Trend des «Neuen Bauens», das auf Sachlichkeit und Materialien wie Glas, Stahl, Beton und Backstein setzte. Es ging darum, einfache Formen maximal funktional und kostengünstig herzustellen. Schliesslich wollten die Architekten auch der damaligen Wohnungsnot entgegenwirken. Das Museum für Gestaltung in der Ausstellungsstrasse 60 war lange nicht nur wegen seiner mehr als 500.000 Objekte umfassenden Sammlung – von Plakaten über Design und Kunstgewerbe bis hin zu Grafik und Werbefilmen – eine der führenden Adressen in Europa, sondern auch, weil das Gebäude selbst ein Ausstellungsstück ist. Es war der erste grosse, öffentliche Bau der klassischen Moderne in Zürich. 1994 wurde das Areal unter Denkmalschutz gestellt, aber um den Museumsbetrieb auch weiterhin sicherzustellen, waren grundlegende Sanierungsarbeiten notwendig. Eine der wichtigsten Massnahmen war die Entfernung eines Zwischenbodens im ersten Obergeschoss, der 1960 eingezogen worden war. Dadurch konnte der ursprüngliche Querschnitt der Ausstellungshalle wiederhergestellt werden.

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