Trotz Pannen gefragt: Künstliche Intelligenz erobert die Reiseplanung
Ob falsche Visa-Auskunft oder unpassende Routenvorschläge – dass Künstliche Intelligenz (KI) nicht immer treffsicher ist, zeigt sich in der Praxis regelmäßig. Dennoch wächst das Vertrauen in smarte Technologien: Laut einer neuen »Amadeus« Studie wünschen sich viele Reisende nicht weniger digitale Unterstützung, sondern bessere.
Tränen vor der Kamera: Die spanische Influencerin Mery Caldass machte kürzlich ihrem Ärger öffentlich Luft – »diesem Mistkerl« werde sie nie wieder vertrauen, sagte sie, gemeint war: ChatGPT. Der gemeinsame Trip mit ihrem Freund nach Puerto Rico fand ein jähes Ende, nachdem sich herausstellte, dass die »Künstliche Intelligenz« (KI) fälschlicherweise behauptet hatte, man brauche als EU-Bürger kein Visum. Korrekt ist: Eine elektronische Einreisegenehmigung ist dennoch erforderlich.
Trotz Fehler vertrauen immer mehr Reisende auf KI
Eine neue globale Studie von »Amadeus«, der Plattform für Fluggesellschaften, Reisebüros und Hotels, zeigt: Die Erwartungen an smarte Tools steigen rapide.
Die Analyse mit dem Titel »Connected Journeys: How Technology Will Transform Travel in the Next Decade« basiert auf der Befragung von 9.500 Reisenden aus sieben Ländern, darunter aus China, Frankreich, Indien, Singapur, Spanien, dem Vereinigten Königreich und den USA. Sie beleuchtet, wie digitale Technologien das Reiseerlebnis künftig prägen.
KI wird zur Planungshelferin
Besonders gefragt ist generative KI bei der Planung: Ihre Nutzung ist im Vergleich zum Vorjahr bei den Teilnehmer:innen an der Studie um 64 Prozent gestiegen. Folgende Vorteile nennen sie: Zeitersparnis (42 Prozent), personalisierte Empfehlungen (37 Prozent) und Inspiration für neue Reiseziele (36 Prozent). Rund ein Drittel der Befragten fühlt sich durch KI-gestützte Planung sicherer – und 64 Prozent wären sogar bereit, für einen digitalen Reise-Assistenten zu zahlen, der sie unterwegs begleitet.
Doch die Technik hat ihre Tücken: 25 Prozent berichten von ungenauen oder veralteten Informationen, ebenso viele von fehlendem Gespür für persönliche Vorlieben.
Reiseorganisation zwischen Stress und Sehnsucht
90 Prozent der Flugreisenden empfinden gewisse Phasen der Reise als stressbelastet – vom Packen bis zur Sicherheitskontrolle. Zugleich wächst der Wunsch nach einem möglichst reibungslosen Ablauf. Technologie soll helfen, genau diesen Mix aus Komfort, Effizienz und Erlebnis möglich zu machen. Zwei Drittel der Befragten zeigen beispielsweise großes Interesse an Gepäckabholung von zu Hause – für mehr Bequemlichkeit und ein Gefühl von Sicherheit. 69 Prozent bevorzugen biometrische Touchpoints, um Wartezeiten und Dokumentenkontrollen zu reduzieren.
Gefragt sind außerdem: Echtzeitinformationen per App (29 Prozent), digitale Wallets (27 Prozent), smarte Gepäckverfolgung (26 Prozent) und sogenannte Super-Apps für das gesamte Reisemanagement (26 Prozent).