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Wer im Wettbewerb um den bestdefinierten Oberschenkel, den stylishsten Po oder die symmetrischste Nase den Siegerinnenpokal einheimsen will, muss sich ins Zeug legen. Wer das Wort Mikrodermabrasion noch nie gehört hat und nicht weiß, was ein »Barbie Neck« ist (ein mittels Botoxinjektion geschmälerter Hals), hat schon verloren. Meisterin der Schönheit der Extreme und berühmteste Symptomträgerin zugleich all dessen, was »Enhancement« hergibt, ist selbstverständlich Kim Kardashian. Ihr Instagram-Account fungiert als Dokumentationszentrum ihrer körperlichen Verwandlungskünste: Jeder Post, jede Story triumphiert über Schwäche und Verletzlichkeit und beweist die Macht des Gemachten, den Lohn des endlosen harten Optimierungstrainings. Millionen Mädchen und Frauen versuchen (bewusst oder unbewusst), es Influencer:innen wie Kim Kardashian gleichzutun. Stellen wir die philosophische Grundfrage: Warum? Schönheit war seit jeher ein Versprechen von Glück. Wir hoffen, ein besseres Leben zu haben, indem wir uns um unsere Attraktivität sorgen. In einer Zeit, in der es aufgrund immer neuer ökologischer, ökonomischer und militärischer Krisen keine Rückkehr zur alten Normalität zu geben scheint und die Unsicherheit steigt, sehnen wir uns nach einem stabilen, erfolgssicheren Gegenprogramm. Der Grund, weshalb wir uns eine perfekte Nase anschaffen oder einen optimal flachen Bauch, ist der gleiche wie der, weshalb wir Äpfel aus biologischem Anbau kaufen oder Insekten retten: Wir wollen das Gefühl haben, richtig zu liegen. Alles uns Mögliche dafür zu tun, anerkannt, wertgeschätzt, geliebt zu werden. Dafür zu sorgen, aus diesem Leben etwas Schönes und Gutes zu machen.
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