Warum wir Retail-Therapy zurückbringen sollten

Jessica Haberl, 23.07.2026

In den 90ern war Shoppen ein soziales Ritual, kein Erledigungstrip. Zeit, Retail-Therapy zurückzuholen.

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Wer in den 90ern oder frühen 2000ern jung war, kennt das Bild: Samstagnachmittag, das örtliche Einkaufszentrum oder Kaufhaus, keine konkrete Einkaufsliste, dafür viel Zeit. Man ging nicht, um etwas Bestimmtes zu kaufen, sondern um dort zu sein, mit Freundinnen durch die Abteilungen zu ziehen, Dinge anzuprobieren, die man sich nie leisten würde, und danach vielleicht doch mit einer Kleinigkeit nach Hause zu gehen. Dieses Ritual wurde in der Zeit auch von Filmen festgehalten: In »Clueless« (1995) ist der ausgedehnte Shoppingtrip fixer Bestandteil des Soziallebens der Hauptfigur, in »Mean Girls« (2004) trifft sich die halbe Highschool im Food Court des Einkaufszentrums. Shopping war damals weniger Besorgung als Aktivität, ein fixer Programmpunkt neben Kino oder Eisdiele. Diese Erinnerung wirkt heute fast nostalgisch verklärt, und genau das ist bezeichnend dafür, wie sehr sich unser Verhältnis zum Einkaufen seither verändert hat.

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