Felix Muhrhofer auf der Überholspur
Felix Muhrhofer designt sich derzeit in Richtung Household-Name. Mittlerweile ist der österreichische Designer im Sortiment von US-Star Kelly Wearstler vertreten und stellt international aus. Wien als Arbeitsstandort hält er die Treue.
LIVING: Ihre berufliche Karriere ist 100 % self-made und sehr erfolgreich. Ihr Geheimrezept?
FELIX MUHRHOFER: Wenn »selfmade Karriere« bedeutet, dass man nicht in ein Familienunternehmen geboren wurde und man sich außerdem, nach wie vor als politisch unabhängig bezeichnen kann, dann sage ich »Ja, so ist es«. Ich habe das besondere Glück einen sehr bereichernden Arbeitsalltag zu haben, der mich emotional erfüllt und mir die Möglichkeit eröffnet ein ausbalanciertes Leben ohne besondere Existenzängste zu führen. Um dorthin zu kommen war schon eine gewisse Renitenz, gepaart mit einem entspannten Selbstbewusstsein und einem sehr wohlmeinenden familiären Umfeld von Vorteil.
Mittlerweile sind Ihre Collectibles im Sortiment von US-Star-Designerin Kelly Wearstler vertreten. War das ein kommerzieller Ritterschlag für Ihre Arbeit?
Als chronischer Medienasket ist mir Kelly Wearstlers globale Stellung erst im Zuge unserer Zusammenarbeit bewußt geworden. Sie ist eine sehr wertschätzende Persönlichkeit, die meiner Arbeit mit viel Respekt begegnet. Es spricht für sie und ihr ambitioniertes Team, so eine Stecknadel wie mich in dem Heuhaufen des globalen Designs zu finden. Ich finde, daß in der »Xenolith Collection«, die ich exklusiv für Kelly entworfen habe, die eben genannten Attribute gut veranschaulicht sind. Sie gab mir die ungefähren Proportionen vor und ließ mir jede gestalterische Freiheit. Um am Ende der Arbeit wieder zum Gemeinsamen zurückzukommen, habe ich ihr vorgeschlagen, dass sie in der Umgebung ihres Wochenendhauses am Malibu Beach ein paar Steine sammelt und mir schickt. Ich integriere diese dann in den Terrazzo Oberflächen unserer Kooperation. So ist auch der Name dieser Kollektion entstanden: »Xenolith« bedeutet einen einzelnen Einschluss, eines älteren (Neben-)Gesteins in einem umgebenden Vulkangestein. So sehen die Tische auch aus.
Sie gelten als umtriebig und experimentierfreudig? Was planen Sie als Nächstes?
Fortlaufend entwickle ich neue Objekte, die ich dann hin und wieder im Rahmen von Ausstellungen dem Publikum präsentiere. Im Moment sind die neuesten Entwürfe in der map gallery in Berlin zu sehen. Ich arbeite gerade an einer weiteren Kleinserie der dort gezeigten »Pope Collection«. Wenn alles klappt wird diese dann im Rahmen der »Journey of life« Ausstellung im Herbst in Venedig gezeigt. Ich habe bald Geburtstag und habe mir rechtzeitig ein Geschenk besorgt: Eine vier Walzen Blechrundbiegemaschine, die dieser Tage geliefert wird. Mit dieser Maschine glaube ich dem Material wieder neue schöne Formen abringen zu können. Ich bin sehr gespannt und freue mich auf diesen haptischen Prozess. Ich glaube je mehr Erfahrung man in der praktischen Umsetzung seiner Ideen sammeln kann, umso schlüssiger können die Entwürfe werden. Denn je enger Kopf, sprich Design und Hand, also das Handwerk, zusammenarbeiten, umso weniger geht dazwischen verloren.
In diesem Fall alles Gute zum Geburtstag und viel Freude beim Experimentieren!