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© Dunelm

Joyful Interiors: Yinka Ilori bringt Farbe zurück ins Wohnen

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Design-Porträt
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Yinka Ilori zählt zu den spannendsten Stimmen im farbintensiven Interior Design. Wir haben uns seine Möbel, Räume und gestalterische Sprache genauer angesehen.

»Yinka Ilori x Dunelm«

Teile der neuen Yinka Ilori x Dunelm Kollektion

© Dunelm

Farbe als Teil der eigenen Geschichte

Kaum ein Designer verbindet Farbe so konsequent mit biografischen Erfahrungen wie Yinka Ilori. Der britisch-nigerianische Künstler wuchs in Nordlondon in einem Umfeld auf, in dem unterschiedliche kulturelle Einflüsse selbstverständlich zum Alltag gehörten. Nigerianische Textilien, Sprichwörter und die visuelle Kultur der Diaspora wurden zur Grundlage einer Gestaltungssprache, die heute von Möbeln bis zu großformatigen Architekturprojekten reicht. Hinter den kräftigen Tönen und geometrischen Mustern stehen häufig Geschichten über Herkunft, Zugehörigkeit und gemeinschaftliches Leben.

Den Anfang machten alte Stühle

Seine Laufbahn begann Ilori mit ausrangierten Sitzmöbeln, die er neu bemalte und mit persönlichen Erzählungen verband. Für die 2015 vorgestellte Serie »If Chairs Could Talk« verwandelte er gebrauchte Stühle in individuelle Charaktere, deren Namen und Muster auf menschliche Beziehungen oder Erfahrungen aus seinem Umfeld verwiesen. Möbelstücke waren für ihn damit nie nur Gebrauchsgegenstände. Sie wurden zu erzählerischen Flächen und legten den Grundstein für eine Arbeitsweise, die vertraute Objekte neu deutet, ohne ihre Vergangenheit auszulöschen.

Von Möbeln zu Stadträumen

Mit wachsender Bekanntheit vergrößerte Ilori den Maßstab seiner Arbeiten. Fassaden, Spielplätze und temporäre Bauten ermöglichten es ihm, Farbe nicht mehr nur auf einem einzelnen Objekt, sondern als räumliche Erfahrung einzusetzen. Seine Projekte richten sich häufig an ein breites Publikum und entstehen für Orte, die im Alltag vieler Menschen eine Rolle spielen. Gestaltung versteht Ilori dabei als Möglichkeit, Begegnungen anzuregen und zuvor übersehene Räume wieder stärker in das Bewusstsein ihrer Umgebung zu rücken.

Der »Colour Palace« als architektonischer Durchbruch

Eines seiner bekanntesten Projekte entstand 2019 vor der Dulwich Picture Gallery in London. Gemeinsam mit dem Architekturbüro Pricegore entwickelte Ilori den temporären »Colour Palace«, dessen Fassade aus Tausenden handbemalten Holzelementen bestand. Die geometrischen Muster bezogen sich auf Dutch-Wax-Stoffe, wie sie auf Märkten in Lagos und im nahe gelegenen Londoner Stadtteil Peckham zu finden sind. Je nach Blickwinkel verschoben und überlagerten sich die farbigen Flächen, während der offene Bau als Treffpunkt und Veranstaltungsort diente.

Neue Identität für die »Happy Street«

Im selben Jahr gestaltete Ilori eine Bahnunterführung an der Thessaly Road in Wandsworth neu. Für »Happy Street« ließ er die Wände mit gemusterten Emaillepaneelen in 16 Farbtönen verkleiden und durch eine neue Beleuchtung ergänzen. Bei der Entwicklung arbeitete das Studio mit Bewohner:innen der Umgebung sowie einer örtlichen Schule zusammen. Aus einem wenig einladenden Durchgang wurde ein markanter Weg für Fußgänger:innen und Radfahrer:innen, der seine Wirkung aus der engen Verbindung zur Nachbarschaft bezieht.

Kindheitserinnerungen in der »Launderette of Dreams«

Einen alltäglichen Ort verwandelte Ilori 2021 gemeinsam mit der Lego Group in einen offenen Spielraum. Die »Launderette of Dreams« erinnerte an die Wäscherei in der Londoner Essex Road, die der Designer als Kind mit seiner Familie besuchte. Waschtrommeln wurden zu Kaleidoskopen, der Fußboden erhielt ein farbiges Hüpfspiel und ein Automat gab Lego-Steine anstelle von Waschmittel aus. An den Ideen waren Kinder aus Iloris ehemaliger Grundschule beteiligt, deren Vorstellungen unmittelbar in die Gestaltung einflossen.

Die neue Kollektion für Dunelm

Mit »Yinka Ilori x Dunelm« kehrt der Designer nun verstärkt in den privaten Wohnraum zurück. Die Kollektion umfasst Möbel, Textilien und Leuchten, die seine bekannten Muster in alltagstaugliche Entwürfe übersetzen. Der Drehsessel »Sweet Flows« verbindet eine großzügige Form mit einem farbintensiven Jacquardbezug, während Leuchten wie »Calabash« Iloris skulpturalen Zugang zu vertrauten Wohnobjekten zeigen. Statt neutrale Räume lediglich um einzelne Farbakzente zu ergänzen, versteht die Kollektion Muster und kräftige Töne als Ausgangspunkt des gesamten Interiors.

Farbe als erzählerisches Prinzip

Yinka Iloris Erfolg fällt in eine Zeit, in der Farbe wieder stärker in Wohnräume zurückkehrt. Seine Arbeit geht jedoch über die aktuelle Begeisterung für Joyful Interiors hinaus. Muster und Farbkombinationen entstehen bei ihm aus Erinnerungen und kulturellen Bezügen, die jedem Projekt eine eigene Bedeutung geben. Ilori nutzt Gestaltung, um vertraute Situationen neu zu betrachten und Räume zu schaffen, in denen persönliche Geschichten sichtbar werden.

Sebastian Krebitz
Sebastian Krebitz
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