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Maison & Objet 2026 in Paris – alle Highlights, Trends & Designer

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Paris, Jänner 2026. Während der Winter über die Seine zieht, versammelt sich einmal mehr die internationale Designelite zur Maison & Objet – einem der wichtigsten Seismografen für ästhetische und gesellschaftliche Strömungen. Das sind die großen Highlights.

The Fabrick Lab - Reverie ©Elaine Yan Ling Ng

Die Design Zukunft beginnt mit einem Blick zurück

Wie schon berichtet, steht die Ausgabe vom 15. bis 19. Jänner unter dem Leitthema »Past Reveals Future«. Seit 1994 versammelt die Maison & Objet Gestalter:innen, Marken und Kreative aus aller Welt um Gegenwart und Zukunft des Designs zu verhandeln. In diesem Jahr wird eindrucksvoll gezeigt, wie das Gestern zur Inspirationsquelle für das Morgen wird – nicht nostalgisch, sondern visionär.

In vier kuratorischen Strömungen verdichtet sich diese Haltung: Metamorphosis verwandelt das Bestehende, Mutation lässt Natur und Technik verschmelzen, Recomposed Baroque entfaltet barocke Formen mit neuer Leichtigkeit und Neo-Folklore bringt kulturelle Wurzeln ins Digitale.

Harry Nuriev: Designer of the Year 2026

Harry Nuriev ©Daniel Roché
Benoit Florencon - Crosby Studios Paris - Apartment 16 © Crosby Studios Paris

Mit seiner Philosophie des Transformismus verwandelt Harry Nuriev von Crosby Studios Alltagsobjekte in experimentelle Erfahrungsräume und wird dafür 2026 als Designer of the Year ausgezeichnet. Seine Installation auf der Maison & Objet ist roh, verspielt und zukunftsgewandt.

Ob Boxershorts als Bettwäsche, pinke Pixel-Möbel oder Wände aus ausrangierten iPhones – in seinem Pariser Projekt »Apartment 16« im Viertel Saint-Germain-des-Prés verschmilzt Nuriev das 18. Jahrhundert mit Sci-Fi-Minimalismus und Softpop-Ästhetik mit industriellen Stahlgerüsten. Jede Szene wirkt wie eine Momentaufnahme aus einer anderen Realität.

Transformismus ist eine Art zu sehen, zu fühlen, sich in der Welt zu bewegen… Wir brauchen nicht mehr Erfindungen, wir brauchen Klarheit, Sensibilität, Empathie.

Harry Nuriev

What’s New? In Decor by Elizabeth Leriche

© Maison&Objet 2026 What's New? In Decor by Elizabeth Leriche

Vergangenheit wird Zukunft – das ist der rote Faden in Elizabeth Leriches kuratierter Trendshow »What’s New? In Decor«. In vier kuratierten Kapseln verhandelt die Trendexpertin die Archetypen vergangener Epochen und übersetzt sie in gegenwärtige Gestaltungssprache. Ausgewählte Objekte, Möbel und Accessoires internationaler Marken werden zum Leben erweckt.

What's New? In Hospitality by Rudy Guénaire

© Maison&Objet 2026 What's New? In Hospitality by Rudy Guénaire

Wie sieht Atmosphäre aus, wenn man sie durch die Linse von Kino, Architektur und Poesie betrachtet? Rudy Guénaire, Gründer der gefeierten PNY-Restaurantkette, gibt mit seiner Installation »Suite 2046« eine beeindruckende Antwort. Inspiriert von Wong Kar-wais Kultfilm »In the Mood for Love«, entwirft er einen Raum, der zwischen den Zeiten schwebt – ein Hybrid aus Hotelzimmer, Filmszene und Zukunftsvision.

What's New? In Retail by François Delclaux

© Maison&Objet 2026 What's New? In Retail by François Delclaux

Mit »What’s New? In Retail« analysiert François Delclaux die Sprache des Handels neu und verleiht ihr eine ästhetisch zeitgemäße Stimme. Besucher:innen durchlaufen eine atmosphärisch dichte Szenografie, in der sich rohes Holz, weiche Textilien und glänzende Metalle in immer neuen Konstellationen begegnen.Seine kuratierte Fläche ist kein klassischer Showroom. Sie ist eine Bühne für neue Konsumkulturen.

Manufactures of Excellence: Erbe trifft Moderne

©Coupole Galeries Lafayette by La Maison du Vitrail
© La Maison du Vitrail

Im neu geschaffenen »Manufactures of Excellence«-Bereich wird Barock nicht zitiert, sondern dekonstruiert. Dabei treten Glas, Holz, Metall, Textil und Stein in einen sinnlichen Dialog. Über zwanzig renommierte Manufakturen – ausgezeichnet mit dem Label »Entreprise du Patrimoine Vivant« – zeigen, wie aus Material, Technik und Fantasie ein neues Kapitel des Designs entsteht.

CURATIO by Thomas Haarmann

Maison&Objet J25 - CURATIO ©Piet-Albert Goethals
Maison&Objet J25 - CURATIO ©Piet-Albert Goethals

Konzipiert wie eine Galerie und inszeniert wie ein Mikrokosmos: Unter der künstlerischen Leitung des deutschen Designers Thomas Haarmann lädt CURATIO in seiner zweiten Saison dazu ein, neue gestalterische Territorien zu betreten. 60 signierte Stücke, sorgsam ausgewählt, führen die Besucher:innen durch ein Panorama internationaler Designstimmen.

In the City: Paris als Designgalerie

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Giopato & Coombes bei Maison & Objet 2026 in Paris © Maison&Objet

Mit dem Format »In the City« expandiert Maison & Objet in den Stadtraum. Über 100 Showrooms und Studios öffnen ihre Türen. Hier zeigt sich Paris von seiner lebendigsten Seite: als urbanes Labor für Design, Kunst und Begegnung.

Ein besonderes Highlight des Formats ist der Auftritt von Kartell. In Kooperation mit dem Designerduo Ludovica Serafini + Roberto Palomba präsentiert das italienische Label eine Kollektion, die als Dialog der Epochen gelesen werden kann. So ist der Stuhl »Belvedere«, der das Wiener Geflecht mit modernster Kohlefasertechnologie verbindet – inspiriert von der Atmosphäre der Wiener Kaffeehäuser.

Der Tisch »Albert« hingegen interpretiert die Linien französischer Möbel des 18. Jahrhunderts neu. Gefertigt aus Aluminium, besticht er durch ein raffiniertes Rahmendesign, das unterschiedliche Tischplatten aufnehmen kann. Die Variante in Farbblockoptik setzt auf eine großflächige Keramikplatte mit Hochglanzfinish. Eine perfekte Verschmelzung aus Tradition und Hightech.

Zwischen Barockzitaten, Biodesign und digitaler Folklore entfaltet sich auf der Maison & Objet 2026 ein Panorama, das nicht nur Trends abbildet, sondern ein neues Bewusstsein für Räume, Materialien und Geschichten schafft. Design zum Fühlen – und zum Erinnern.

Sebastian Krebitz
Sebastian Krebitz
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