Highlights der Design Miami.Paris 2025
Die dritte Ausgabe der Design Miami.Paris verwandelt das Hôtel de Maisons in Saint-Germain-des-Prés erneut in einen Tempel des Designs. Zwischen avantgardistischen Installationen, modernistischen Klassikern und handwerklicher Perfektion zeigt die Messe, dass Design längst zur Kunstform geworden ist.
Noch bis 26. Oktober 2025 ist das Hôtel de Maisons in Paris Schauplatz der dritten Ausgabe der Design Miami.Paris. Parallel zur Art Basel Paris vereint die Messe über 40 internationale Galerien, 13 Curio-Projekte und fünf Sonderausstellungen. Das barocke Stadtpalais ist die perfekte Bühne für ein kuratiertes Zusammenspiel aus Geschichte und Gegenwart – zwischen Ornament, Konzept und Emotion. »Wir feiern hier nicht nur Objekte, sondern Erzählungen«, sagte CEO Jen Roberts im Vorfeld. Und tatsächlich: Kaum eine Messe bringt Handwerk, Material und Idee so selbstverständlich in Dialog wie diese.
Material als Erzähler
Das Thema Material Narratives durchzieht viele der präsentierten Positionen.
Frida Fjellman (Hostler Burrows, New York) verwandelt Glas und Licht in eine poetische Landschaft aus Farben und Spiegelungen.
Timothée Humbert (Galerie Daguet-Bresson, Paris) zeigt eine Serie farbiger Tierfiguren, Eulen, Fledermäuse, Adler, als Sinnbilder für Transformation und Erinnerung.
Jane Yang-D’Haene (Pierre Marie Giraud, Brüssel) interpretiert die koreanische Moon Jar als architektonisches Objekt, das Tradition und Zeitgeist miteinander verbindet.
Die Galerie Mitterrand stellt Werke von Claude und François-Xavier Lalanne in den Mittelpunkt, ihre ikonischen Bronzetiere treten in Dialog mit den filigranen Arbeiten ihrer Enkelin Julie Hamisky, die florale Formen in Metall verewigt.
Ikonen der Moderne
Besondere Aufmerksamkeit gilt den Klassikern der europäischen Moderne.
Die Galerie Patrick Seguin widmet sich Jean Royère, dessen organische Linien und kräftige Farben bis heute stilbildend sind.
Die Galerie Chastel-Maréchal präsentiert Werke von Alberto Giacometti, Pierre & Vera Szekely und Jean Royère – zeitlose Dialoge zwischen Kunst und Raum.
Das Patrick Parrish Studio (New York) zeigt erstmals in Frankreich Arbeiten des Wiener Designers Carl Auböck, dessen meisterhafte Messing- und Lederobjekte Handwerk in Kunst verwandeln.
Auch Österreich ist durch die Yves Macaux Gallery vertreten: Ihre Präsentation von Josef Hoffmann und Adolf Loosverbindet die Ästhetik der Wiener Moderne mit zeitloser Eleganz.
Design als Erlebnis
Für Staunen sorgt der Resonating Ping Pong Table, Song no. 1 von James de Wulf – ein aus Aluminium gefertigter Tisch, der auf jede Bewegung mit Klang reagiert. Das Werk, ausgezeichnet als Best Design at Large, verwandelt das Spiel in eine Performance aus Ton und Rhythmus.
Auch das Best Contemporary Work begeistert: Adam Pendletons Extended Form Three (2025) bei Friedman Benda ist eine Tischskulptur aus weißem Onyx – minimalistisch, konzeptuell und meditativ zugleich.
Die Galerie Downtown François Laffanour zeigt seltene Möbel von Jean Prouvé, deren industrielle Präzision an zeitlose Architektur erinnert.
Tradition neu gedacht
Zum 100-jährigen Jubiläum des Art Déco widmen sich mehrere Galerien der Wiederentdeckung ornamentaler Handwerkskunst.
Die Galerie Chastel-Maréchal zeigt Jean Dunands Paravent Forêt (1929) – eine silbern schimmernde Lacklandschaft voller Bewegung und Fantasie.
Die Galerie Maxime Flatry kombiniert Keramiken von Jean Besnard und Pierre-Adrien Dalpayrat mit floralen Installationen von Thierry Boutemy – eine Hommage an die sinnliche Ästhetik vergangener Epochen.
Auch Metall und Textil feiern ihr Comeback:
Friedman Benda präsentiert den Creek Chair von Frida Escobedo, gefertigt aus filigranen Nickelketten, während Eric Philippe eine seltene Stehlampe von Paavo Tynell zeigt – ein Meisterwerk nordischer Lichtpoesie.
Neue Stimmen, neue Ideen
Mit dem Programm Designers of Tomorrow, kuratiert in Kooperation mit Apple, stehen junge Designer:innen im Fokus, die digitale Tools als künstlerisches Medium einsetzen. Duyi Han und Jolie Ngo etwa zeigen, wie Technologie und Handwerk in eine neue Ära des Entwerfens übergehen. Auch das Re-Edition-Projekt Paulin, Paulin, Paulin sorgt für Aufsehen: La Déclive, eine begehbare Bodenskulptur aus den 1960er-Jahren, interpretiert Design als Bewegung und Architektur als sinnliches Erlebnis.