Hollywoods berühmtestes Hotel: »The Beverly Hills Hotel« wird vergrößert
Das »The Beverly Hills Hotel« ist eine Ikone, in kaum einem anderen Hotel treffen sich so viele Stars wie hier. Und daran sind nicht nur die Oscar-Partys schuld. Ein Blick zurück auf die Historie eines zeitlos-eleganten Sehnsuchtsortes, in dem nun dank Star-Designer Ken Fulk ein neues Design-Kapitel aufgeschlagen wird.
Wenn im »Dolby Theatre«, so wie auch heuer, die 98. Oscarverleihung über die Bühne geht, bereitete man sich im »The Beverly Hills Hotel« bereits seit Wochen auf das Danach vor: auf die Champagnerempfänge, bei denen die Triumphe gefeiert und die Niederlagen weggelächelt werden. Auf Hollywood-Stars, die sich zu Cocktails und zum Austausch treffen, und wo der aktuelle Gossip aus der Traumfabrik seinen Höhepunkt erfährt. In der Tat ist der »Pink Palace«, wie er von den Einheimischen genannt wird, das pulsierende Herz der Filmbranche. In der ikonografischen »Polo Lounge« findet das »Chanel Pre-Oscar Dinner« statt; in den privaten Bungalows kommen viele Celebrities unter, weil sie absolute Privatheit garantieren. Schon in der Studio-Ära konnten Schauspieler:innen hier wohnen, ohne ständig fotografiert zu werden.
Klassentreffen der Stars
Das »The Beverly Hills Hotel« ist eine Art Klassentreffen für die Filmszene. Ein eleganter Rückzugsort im und abseits des Oscar-Trubels, ein informeller Treffpunkt jenseits des roten Teppichs. Und vielleicht liegt genau darin sein Geheimnis. In einer Stadt, die sich ständig neu erfindet, bleibt das »The Beverly Hills Hotel« eine Konstante, auf die man sich verlassen kann. Filmideen werden dort ausgetauscht, Nachwuchstalente hoffen auf Begegnungen, die ihre Karriere vorantreiben. Hier wird gefeilscht, geplant, umworben. Und tatsächlich liegt das rosafarbene Gebäude wie eine nostalgische Filmkulisse am Sunset Boulevard. 1912 wurde es eröffnet. Marilyn Monroe soll hier gewohnt haben, ebenso wie Elizabeth Taylor, die angeblich mehrere ihrer Flitterwochen im Hotel verbrachte. Die holzgetäfelten Bungalows hinter dem Hauptgebäude waren schon damals glamouröse Oasen, um sich vor neugierigen Blicken zurückzuziehen. Diskretion wurde in diesem Hotel stets großgeschrieben. Was im »The Beverly Hills Hotel« passiert, bleibt im »The Beverly Hills Hotel« – trotz neugieriger Paparazzi. Die 23 Bungalows gelten als besonders diskret, weil sie eigene Zugänge und abgeschirmte Gärten bieten. Die Nachfrage ist so hoch, dass Studios und PR-Teams vor den Oscars Monate im Voraus reservieren. Das Hotel veröffentlicht keine Gästelisten, was Teil seiner Markenstrategie ist.
Neues Design-Kapitel
Viele Hotels brechen unter ihrem Ruf zusammen, irgendwann passen sie nicht mehr in die Zeit. Doch das »The Beverly Hills Hotel« hat viele Epochen mühelos überstanden, wahrscheinlich, weil es sich selbst treu geblieben und nach wie vor eine Projektionsfläche für Hollywood-Sehnsüchte ist. Es wirkt selbst wie eine Filmkulisse, legendär: die gestreiften Liegen am Pool, die im perfekten Winkel ausgerichtet sind. Alles ist Bühne, selbst das Entspannen wirkt inszeniert wie aus einem Wes-Anderson-Film. Und damit ist das Hotel-Juwel geradezu ein perfektes Eldorado für Designer-Ikone Ken Fulk. Denn mit ihm wird nun im »Pink Palace« ein neues Kapitel geschrieben. Behutsam, stilsicher, ohne den Mythos zu verlieren.
Gerade wenn ein Hotel so viel Filmgeschichte in seinen Mauern trägt wie das »The Beverly Hills Hotel«, ist jede Veränderung ein sensibles Unterfangen. Über mehrere Jahre hinweg bereits, entwickelte Fulk gemeinsam mit den Betreibern eine Erweiterung, die weniger als klassische Renovierung gedacht ist, sondern vielmehr als kuratierte Weiterentwicklung der legendären Hollywood-Adresse. »Nur wenige Orte haben mein Bild von L.A. als verzaubertes Shangri-La so geprägt wie das ›The Beverly Hills Hotel‹«, erzählt uns Ken Fulk. »Vor sechs Jahren wurde ich damit beauftragt, eine Reihe neuer Räume zu schaffen, die die Gäste überraschen und begeistern, aber dennoch den Eindruck vermitteln, als wären sie schon immer da gewesen.« Zu den Highlights gehören eine restaurierte Terrasse, die sich über die gesamte Fassade erstreckt, ein elegantes Café, das den ganzen Tag über geöffnet ist, ein Vorführraum, der für Hollywood-Prominenz geeignet ist, und ein Supper Club. »Mein Ziel ist es, dass diese glanzvollen neuen Trink- und Speiseerlebnisse nicht nur als Restaurants gesehen werden, sondern neue Schauplätze für Geschichten, Begegnungen und Hollywood-Legenden werden sollen«, so der Designer überzeugt.
Old Hollywood glamourös neu interpretiert
Typisch für Ken Fulk steht dabei nicht Minimalismus im Mittelpunkt, sondern Atmosphäre. Seine Entwürfe arbeiten mit erzählerischen Räumen, dramatischem Licht und einer Prise Old-Hollywood-Glamour. Statt Nostalgie zu kopieren, interpretiert er die Ästhetik der goldenen Studiozeit neu – opulent, sinnlich und bewusst inszeniert. Ob Fulk die üppige Bepflanzung, die sich sogar bis zur Tapete durchzieht – mit Bananenblatt-Motiv, bekannt als »Martinique« und 1942 von Don Loper entworfen, bestehen lässt, bleibt noch ein Geheimnis. Denn mittlerweile ist das dichte Blattwerk mit hellen Akzenten längst ein Design-Klassiker, der bis heute die Wände der Suiten und Flure prägt. Was die »Polo Lounge« samt Inventar betrifft, ist aber Entwarnung gegeben: »Wir werden auf keinen Fall diesen Spot berühren oder massiv verändern«, lacht Fulk. »Denn es würde zu großen Aufständen kommen, die ich kaum überleben würde.«
Hotelbetrieb geht weiter
Wichtig zu wissen ist zudem, dass das Hotel während der Arbeiten geöffnet bleibt. Die Erweiterung wird schrittweise umgesetzt und in den laufenden Betrieb integriert. Gäste werden also weiterhin durch die berühmten Gärten spazieren, am Pool sitzen oder in den Restaurants speisen können, während im Hintergrund neue Räume entstehen.
Wenn Fulks Vision Realität wird, könnte das »The Beverly Hills Hotel« erneut zu einem der spannendsten gesellschaftlichen Treffpunkte der Stadt werden. Ein Ort, der Vergangenheit und Gegenwart miteinander verbindet – und an dem Hollywood weiterhin genau das tut, was es immer getan hat: Geschichten erzählen.