Outdoor-Küchen: Die wichtigsten Trends 2026
Wohnlicher, designorientierter, technikaffiner: Die Außenküche setzt ihren Siegeszug 2026 fort – und wird den Indoor-Modellen hinsichtlich Design und Ausstattung ähnlicher denn je. Welche Trends diese Saison den Ton angeben, verraten die Branchenexpert:innen.
Dass sich das Kochen seit einigen Jahren immer mehr nach außen verlagert, ist längst kein Geheimnis mehr. Mittlerweile bieten zahlreiche Designmarken, Küchen- und Grillanbieter eigene Außenmodelle an – angefangen von Miele, das 2026 die neue »Dreams« vorstellt, über Designmarken wie Steininger und Breitwieser bis hin zu Weber oder Napoleon, die neben Grillgeräten eigene Outdoor-Küchen präsentieren. Und das zur rechten Zeit, denn der Konsumgüterbericht von Fortune Business Insights zum »Küchenmarkt im Freien« prognostiziert auch für die Zukunft eine steigende Nachfrage. »Wir sehen, dass Menschen immer mehr Zeit draußen verbringen möchten. Outdoor wird zur Erweiterung des Wohnraums – entsprechend steigen die Erwartungen an Design, Qualität und Funktionalität«, weiß Gernot Trettenbrein, Senior Vice President der Business Unit New Growth Factory von Miele. »Die Zahlen zeigen: Kund:innen wünschen sich hochwertige Lösungen mit durchdachtem Design – ganzheitliche Konzepte, die deutlich über den klassischen Grill hinausgehen.«
Steininger Designers »Rock.Air«
Auch Designer Martin Steininger setzt draußen auf Modularität: Die »Rock.Air« weiß mit ihrer puristischen Optik auch heute noch zu gefallen.
steiningerdesigners.com
Outdoor spiegelt Indoor
Die Outdoor-Modelle werden den Innenküchen 2026 sowohl hinsichtlich ihres Designs als auch ihrer Ausstattung immer ähnlicher. »Eine Außenküche muss sich flexibel an Architektur, Nutzung und Jahreszeiten anpassen«, sagt Martin Steininger von Steininger.Designers. »Gleichzeitig verschmelzen Innen- und Außenbereiche stärker: Materialien, Linienführung und Proportionen werden konsequent weitergeführt.« Folglich erfreuen sich derzeit hellere Farben und Marmorierungen großer Beliebtheit, weiß Kristina Breitwieser, Geschäftsführerin beim gleichnamigen Unternehmen: »Die Nachfrage nach Materialien mit Maserung auf Arbeitsplatten und durchlaufend an den Fronten ist gestiegen. Wir bewegen uns weg von dunklen Farben und hin zu Beigetönen.«
Tischlerei Deutschmann »Plug & Play«
Die ganzjährig nutzbare Außenküche mit robuster Vollkernplatte setzt auf Plug-and-Play – so genügen Steckdose und Gartenschlauch für die Nutzung.
deutschmann.cc
Breitwieser »CO/CO«
Helle Farben und Materialien mit Aderung liegen 2026 voll im Trend – wie ästhetisch dies im Außenbereich aussehen kann, zeigt das freistehende Modell »CO/CO« von Breitwieser Natural Stones aus Calacatta-Marmor.
breitwieser.com
Helle Steinmodelle, etwa aus dem Quarzit »Taj Mahal«, ergänzen nun dunkle Standardlösungen aus Metall. Hersteller nutzen zudem vermehrt lackierte Holzoberflächen oder ultrakompaktes Dekton, gestalten Küchen mit grifflosen Fronten und abgerundeten Ecken.
Materialien müssen sowohl hochwertig und langlebig als auch pflegeleicht sein, ergänzt Gernot Trettenbrein von Miele: »Ein Beispiel sind hier etwa unsere Zubehörteile aus Gusseisen. Sie besitzen eine Nitrierung, die das klassische Einölen überflüssig macht und die Reinigung erleichtert.« Der Standort im Freien stellt zusätzliche Anforderungen, angefangen von Unterkonstruktionen aus Metall bis hin zum flächenbündigen Einfräsen der Geräte. »Bei Minusgraden etwa sollte man den Wasserschlauch entkoppeln und den Grauwasserbehälter nach jeder Nutzung entleeren, damit das Wasser darin nicht frieren kann«, empfiehlt Klaudia Deutschmann, Prokuristin bei Deutschmann.
Vom Grill zur Küchenlandschaft
Da viele nicht mehr nur das Barbecue, sondern auch Frühstück oder Dinner draußen genießen möchten, entwickelt sich die Outdoor-Küche zunehmend zur ganzheitlichen Kochstation – »mit kleiner Arbeitsplatte, Kochfläche, Kühlschrank, Waschbecken, Geschirrspüler und sogar Teppanyaki-Platten oder Invisacook«, wie Oliver Christ, Geschäftsführer des Küchen Studio Christ, anmerkt. Auch Pizzaöfen, Smoker, Griddle oder Side-Burner werden integriert.
Napoleon »Oasis«
Napoleon bietet mit der »Oasis« eine kompakte Lösung für die Freiluftküche – sie vereint auf wenig Raum einen Aufsatz für den Prestige®-Gasgrill, Stauräume und eine Arbeitsplatte aus Steinfeinzeug von Marazzi.
napoleon.com
Grillhersteller wie Weber und Napoleon haben das Potenzial erkannt und ihr Portfolio um eigene Außenküchen erweitert. »Früher haben Kund:innen die Grills selbst verbaut. Heute gibt es immer mehr Gesamtanbieter«, erzählt Marina Freundl, gewerberechtliche Geschäftsführerin Österreich bei Napoleon. Grills, die mit smarten Features wie WLAN-fähigen Thermometern oder Temperaturkontrolle via App aufwarten, werden nun von Anfang an in die Außenküchenplanung mitgedacht. Die Integration der gesamten Außenküche ins Smart Home ist zwar technisch möglich, geht allerdings, so die Expert:innen, eher langsam voran.
Miele »Dreams«
Mit »Dreams« steigt nun auch Miele in den Outdoor-Küchenmarkt ein. Die Neuheit präsentiert sich ab Frühjahr 2026 als wohnlich-minimalistisches Modell mit modularem System.
miele.de
2026 gewinnen modulare Küchen zudem weiter an Bedeutung, ist Daniel Ipser, Geschäftsführer von Weber-Stephen, deren »BBQ Kitchen« als Baukastensystem konzipiert ist, überzeugt: »Sie ermöglichen maximale Individualisierung – von der kompakten Kochstation bis zur voll ausgestatteten Outdoor-Küchenlandschaft.« Zugleich setzen sich, wie im Innenbereich, kompakte Einheiten durch. Modelle wie jene von Cubic, Napoleon oder Miele bieten Platz für zig Geräte, großzügige Arbeitsflächen und Stauräume. »Früher waren zwei Meter Breite ausreichend. Jetzt will man vermehrt Geräte einbauen, dadurch werden auch die Küchen immer größer«, erklärt Marina Freundl von Napoleon.
Poliform »Land«
Poliforms bislang einzige Outdoor-Küche überzeugt bis heute mit reduzierter Optik und robusten Materialien wie Aluminium, Inalco MDi und Stahl inklusive Holzdetails.
poliform.it
Cane Line »Sticks«
Neben ganzheitlichen Küchenblöcken bieten reine Arbeits- und Spülmodelle – wie die »Sticks« – einen unkomplizierten Einstieg ins Outdoor-Kochen.
cane-line.de
Hunger nach mehr
Dass das Angebot in Zukunft weiter wachsen wird, darin sind sich die Expert:innen einig – nicht zuletzt aufgrund des Neubaumarkts, der sich nach dem Einbruch der letzten Jahre langsam erholt, so Oliver Christ: »In den nächsten zehn Jahren werden wir in den Gärten der Neubauten neben Pool und Pergola auch Outdoor-Küchen sehen – sie werden sich noch stärker durchsetzen.«