Zum Inhalt springen
© beigestellt

Statement-Spiegel: Kunstvolle Designs für mehr Licht und Atmosphäre

Interior Design
Spiegel
Design

Sie sind mehr als simple Gebrauchsgegenstände. Spiegel können gerne ein wenig größer, exzentrischer und kreativer sein, so werden sie zu einer wahren Skulptur im Raum. Und sorgen an trüben Tagen für gute Laune mit schönen Lichtreflexionen.

Wer sagt, dass ein Spiegel an der Wand hängen muss? Kreativität ist gefragt, anstatt auf gängige Konzepte zu setzen. Wer sich für Design-Spiegel entscheidet, schafft sich eine Skulptur an, die in einen Dialog mit der Umgebung tritt. Das sieht man schön an den hochwertigen Exemplaren von Fiam, die sich je nach Lust und Laune längs oder quer aufhängen lassen – oder man stellt sie auf den Boden. Das Modell »dorian« ist ein echter Hingucker.

BEMALTE AQUARELLGRAFIKEN

Ein gutes Beispiel für innovatives Spiegel-Design ist auch die Kooperation von Fritz Hansen und Roso Studio, eine kreative Partnerschaft zwischen den dänischen Designer:innen Sophie Nielsen und Rolf Knudsen. In ihren Arbeiten versuchen sie die vergängliche Schönheit von Licht, Farbe und Reflexion einzufangen. Ihre »Mirror Series« ist eine Kollektion aus runden, ovalen und langen Spiegeln, die ebenso praktisch wie künstlerisch sind. Jeder Spiegel wird aus bemalten Aquarellgrafiken handgefertigt und individuell bedruckt, sodass kein Exemplar dem anderen gleicht. »Wie bei einem Lieblings­gemälde hoffen wir, dass Menschen, die mit einem unserer Spiegel leben, das Gefühl haben, dass er sich nahtlos in ihren Raum und ihr Leben einfügt«, so beide Kreativen, und weiters: »Unsere Absicht ist es, dass jeder Spiegel mehr als nur ein Dekorationsobjekt ist – er soll sich wie ein lebendiger Teil des Raumes anfühlen und still das wechselnde Licht, die Jahreszeiten und Stimmungen seiner Umgebung widerspiegeln.« Ihre Kreationen erinnern an die leuchtenden Kunstwerke von Jonny Niesche – und lassen sich perfekt kombinieren, sowohl an der Wand hängend als auch am Boden stehend.

Skulpturale Qualität
»dorian« von Fiam lässt sich je nach Wunsch aufhängen oder ganz einfach auf den Boden stellen.
fiamitalia.it

© beigestellt

Organische Form
Designer Oskar Zietas Modell der Serie »Rondo« besteht aus poliertem Edelstahl und wird aufgeblasen.
zieta.pl

© Weronika Trojanowska

Spiegel sind ein experimentelles Spielfeld für Designer:innen, sowohl was das Material als auch die Form betrifft. Man kann sich kreativ austoben, Dinge schaffen, die es so noch nicht gab. Der polnische Designer Oskar Zieta etwa ist ein gutes Beispiel dafür. Der Spiegel seiner Serie »Rondo« besteht aus poliertem Edelstahl, wird mit einem Laser ausgeschnitten und dann aufgeblasen, bis er sich zu einer organischen Form verändert. Dadurch wirkt er wie ein Silber- oder Goldtropfen – es gibt ihn aber auch in ausgefallenen Farbzusammenstellungen, von Metallic-Blau bis Rosatöne. In Bunt sieht der Spiegel dann ein wenig wie ein riesiger, poppiger Donut aus.

Ein Spiegel kann aber auch Versailles-Feeling in die eigenen vier Wände zaubern. Die portugiesische Luxus-Designmarke Boca do Lobo verbindet traditionelle Handwerkstechnik mit moderner Innovation. Ihre Designs sind bigger than life: Es darf ruhig ein wenig protzig sein. Das zeigt auch ihr »Glance Mirror«, fragmentierte Glasstücke wurden hier neu zusammengesetzt. Spannend daran: Das Gold scheint in Bewegung, es wirkt wie flüssiges Material. So geht es bei zeitgemäßen Spiegeln auch immer darum auszuloten, was möglich ist. Organische Formen liegen im Trend. Und Spiegel, die wie Lichtskulpturen wirken – und an trüben Tagen für gute Laune sorgen.

Versailles-Feeling
Der »Glance Mirror« besteht auf fragmentierten Glasstücken, die neu zusammengesetzt wurden.
bocadolobo.com

© beigestellt

Künstlerische Intervention
Das Projekt »Mirage« von Sabine Marcelis, ein farbiger Spiegel im öffentlichen Raum.
sabinemarcelis.com

© Rami Mansour, Pim Top

SONNE, WASSER, WIND

Natürlich darf in diesem Kontext auch die in den Niederlanden arbeitende Lichtkünstlerin Sabine Marcelis nicht fehlen. Ihr Markenzeichen sind sanfte, pastellige Farben. Sie nennt die Natur als zentrale Inspirationsquelle, wie Sonne, Wasser oder Wind. Viele ihrer Arbeiten sind künstlerische Interventionen. So postierte sie vor die Pyramiden in Gizeh Spiegelsäulen, die wie aus einer anderen Welt wirken: futuristisch und magisch. Ihre Werke in Innenräumen wiederum schaffen eine heimelige Atmosphäre, denn sie strahlen wie Sonnen. Sie muten dazu an, innezuhalten und die eigene Wahrnehmung zu hinterfragen. Und zeigen, wie ein alltägliches Objekt durch Licht, Material und präzise Gestaltung zu einem poetischen Erlebnis avancieren kann.

Erschienen in
Falstaff LIVING Nr. 1/2026

Zum Magazin

Karin Cerny
Mehr zum Thema
1 / 12