Top 5: Die spannendsten High-Jewelry-Auktionen weltweit
Die Kataloge sind noch nicht vollständig veröffentlicht, doch jüngste Rekordverkäufe und erste Highlights zeigen bereits, welche Auktionen man im Blick haben sollten.
High Jewelry als Investment
Wer High Jewelry als Investment liest, schaut nicht nur auf Schätzungen, sondern auf drei Dinge zugleich: Steinqualität, Signatur und die Frage, wie sichtbar ein Los den Charakter einer Auktion bündelt. Weil einige große Frühjahrskataloge 2026 noch nicht vollständig offen sind, verbindet diese Liste bereits angesetzte Auktionen mit klar publizierten Spitzenlosen und die jüngsten internationalen Verkäufe, die als frische Marktmarker taugen.
1. Sotheby’s, »High Jewelry«
Der derzeit klarste internationale Aufmacher ist Sotheby’s in Hongkong. Für die High Jewelry-Auktion am 23. April 2026 ist mit »The Jwaneng 28.88« bereits ein Stein öffentlich, der alles mitbringt, was ein Investment-Los so begehrt macht: ein unmontierter 28,88-Karat-Diamant, D Colour, Flawless, Type IIa, mit einer Schätzung von ca. 1,87 bis 2,42 Millionen Euro. Gerade weil der Stein nicht in eine Fassung übersetzt wurde, wirkt er fast radikaler als viele spektakuläre Schmuckstücke. Hier geht es nicht um Design, sondern um Substanz, Reinheit und Seltenheit. Mit dem »Jwaneng 28.88« zeigt sich besonders deutlich, wie stark außergewöhnliche Solitärdiamanten weiterhin gefragt sind.
📍 Ort: Hongkong
📅 Datum: 23. April 2026
2. Dorotheum, »Important and Noble Jewels«
Mit dem Palais Dorotheum rückt die Liste wieder näher an Mitteleuropa heran und an eines der Häuser, die im deutschsprachigen Raum für hochwertige Juwelenauktionen tatsächlich Gewicht haben. Im Mittelpunkt der Auktion »Important and Noble Jewels« am 21. Mai 2026 steht aktuell eine Brosche mit einem 18,69-Karat-Kaschmir-Saphir. Saphire aus Kaschmir gelten wegen ihrer kurzen historischen Förderphase und ihres intensiven, samtigen Kornblumenblaus als besonders selten und begehrt. Laut Dorotheum ist dieses Exemplar der größte Kaschmir-Saphir, der dort je versteigert wurde, und wird mit 400.000 bis 600.000 Euro taxiert.
📍 Ort: Wien
📅 Datum: 21. Mai 2026
3. Phillips, »Hong Kong Jewels Auction«
Bei Phillips war das stärkste Los der gerade erst beendeten Hongkonger Juwelenauktion ein Stück, das den Markt für Farbsteine sehr klar abbildet: ein 9,22-Karat-Colombian-Emerald-and-Diamond Ring, ausdrücklich no oil, mit einer Schätzung von ca. 528.000 bis 715.000 Euro und einem Zuschlag von ca. 596.000 Euro. Der Ring zeigt, wie stark Herkunft, Behandlung und Transparenz heute in die Preislogik hineinspielen und warum hochwertige Smaragde wieder ernster genommen werden.
📍 Ort: Hongkong
📅 Datum: 30. März 2026
4. Sotheby’s, »High Jewelry featuring The Mediterranean Blue«
Wenn es um den jüngsten internationalen Benchmark mit echter Strahlkraft geht, führt an Sotheby’s Genf kaum ein Weg vorbei. Das Ausnahme-Los war »The Mediterranean Blue«, ein 10,03-Karat Fancy Vivid Blue Diamond, der für CHF 17,9 Millionen, also ca. 19,48 Millionen Euro, verkauft wurde. Solche Lose sind selten nicht nur wegen ihrer Farbe, sondern weil sie den Markt emotional und preislich gleichermaßen bündeln. Hier geht es nicht um schönen Schmuck allein, sondern um ein Stück, das Auktionsgeschichte schreiben soll.
📍 Ort: Genf
📅 Datum: 13. Mai 2025
5. Christie’s, »Magnificent Jewels«
Christie’s setzte in New York mit »The Blue Belle« den vielleicht stärksten Farbstein-Moment des vergangenen Jahres. Das Collier mit einem 392,52-Karat-Sri-Lanka-Saphir wurde vorab mit ca. 6,89 bis 10,34 Millionen Euro taxiert und schließlich für ca. 9,77 Millionen Euro verkauft. Hier zählt aber nicht nur Größe, sondern die ganze Konstellation aus Herkunft, Seltenheit und Wiedererkennbarkeit. Während Diamanten oft über Laborbegriffe gelesen werden, lebt ein solches Los stärker von Aura und genau das macht es am Markt so wirksam.
📍 Ort: New York
📅 Datum: 17. Juni 2025
Worauf es beim Bieten ankommt
Der Markt zeigt derzeit sehr unterschiedliche Gesichter. Auf der einen Seite stehen außergewöhnliche Solitärsteine wie »The Jwaneng 28.88« in Hongkong oder »The Mediterranean Blue« in Genf. Auf der anderen rücken klassische Juwelenformate wie im Wiener Dorotheum und große Farbstein-Auftritte wie »The Blue Belle« bei Christie’s in den Fokus. Wer in diesem Umfeld mitbieten möchte, sollte daher nicht allein auf die Karatzahl achten, sondern auf das Zusammenspiel von Materialqualität, Auktionshaus, eventuellen Behandlungen, Herkunft und internationaler Resonanz.